Der Berliner Abgeordnete Orkan Özdemir und die Hamburgerin Mehria Ashuftah wollen die SPD von innen heraus erneuern. In einem gemeinsamen Vorstoß kritisieren sie die Partei als zu sehr auf Verwaltung fokussiert und fordern eine Rückbesinnung auf ihre Wurzeln als Bewegungspartei.
Kritik an der Verwaltungspartei
„Die SPD ist zu einer Verwaltungspartei geworden“, sagte Özdemir gegenüber der Presse. Er und Ashuftah bewerben sich als Bundesvorsitzende einer Arbeitsgemeinschaft, um ihre Ideen voranzutreiben. Die SPD steckt in einer tiefen Krise, und die beiden wollen einen Gegenpol zur aktuellen Führung setzen.
Özdemir, der dem linken Flügel der Partei zugerechnet wird, betonte die Notwendigkeit einer innerparteilichen Demokratie und mehr Basisbeteiligung. Ashuftah, die aus Hamburg kommt, ergänzte: „Wir brauchen eine Bewegung, die die Menschen wieder mitnimmt und nicht nur verwaltet.“
Die Suche nach neuen Wegen
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, da die SPD in Umfragen auf historischen Tiefständen liegt. Viele Mitglieder fordern eine klare Abgrenzung zur Union und eine stärkere soziale Profilierung. Özdemir und Ashuftah sehen ihre Kandidatur als Chance, diese Diskussion zu beleben.
„Es reicht nicht, nur zu verwalten, was andere entschieden haben“, so Özdemir. „Wir müssen wieder gestalten.“ Die beiden hoffen, mit ihrer Kandidatur für die Arbeitsgemeinschaft eine breite innerparteiliche Debatte anzustoßen.
Reaktionen aus der Partei
Die Reaktionen auf den Vorstoß sind gemischt. Während einige Mitglieder die Initiative begrüßen, sehen andere darin eine Spaltung der Partei. Ein Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion wollte sich nicht direkt äußern, verwies aber auf die laufenden innerparteilichen Prozesse.
Özdemir und Ashuftah planen in den kommenden Wochen Veranstaltungen in mehreren Bundesländern, um für ihre Ideen zu werben. Sie sind überzeugt, dass nur eine Erneuerung von unten die SPD wieder stark machen kann.



