In Bad Wörishofen haben die Bauarbeiten für einen millionenschweren Neubau der Dainox-Gruppe begonnen. Das Unternehmen, das auf Verteidigungstechnik für das moderne Gefechtsfeld spezialisiert ist, erweitert seine Produktionskapazitäten. Grund ist die stark gestiegene Nachfrage von Bundeswehr und NATO.
Der Neubau umfasst eine moderne Fertigungshalle mit angeschlossenen Logistik- und Bürobereichen. Die Gesamtfläche des Standorts vergrößert sich dadurch erheblich. Mit der Investition reagiert Dainox auf Aufträge, die eine Auslastung bis weit in die 2020er-Jahre sichern.
Verteidigungsausgaben erreichen Rekordniveau
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat sich die Sicherheitslage grundlegend verändert. Die Bundesregierung hat ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr aufgelegt. Auch die NATO-Staaten erhöhen ihre Verteidigungsausgaben. Davon profitiert die mittelständische Rüstungsindustrie in Bayern.
Dainox produziert Systeme zur Tarnung, mobile Führungszentralen und Schutzausrüstung für den Feldeinsatz. Diese Produkte sind bei den Streitkräften begehrt und garantieren ein stabiles Wachstum.
Neue Halle schafft Platz für Digitalisierung
Die neue Produktionshalle entspricht höchsten technologischen Standards. Geplant sind vernetzte Fertigungsanlagen, die eine effiziente und qualitätsgesicherte Produktion ermöglichen. „Wir investieren nicht nur in Beton, sondern auch in die Digitalisierung unserer Prozesse“, erklärt ein Unternehmenssprecher.
Die Bauzeit ist auf etwa 18 Monate veranschlagt. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für die Integration der neuen Anlagen. Moderne Filter- und Abluftsysteme sorgen dafür, dass keine zusätzlichen Emissionen entstehen.
Wirtschaftsförderung sieht positive Signale
Stadt und Landkreis betrachten die Erweiterung als klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort. „Dainox steht für Innovation und Qualität. Die Investition sichert Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wertschöpfung“, heißt es aus der Wirtschaftsförderung.
Im Unternehmen arbeiten derzeit rund 120 Menschen. Nach Abschluss der Baumaßnahmen könnte die Belegschaft um bis zu 20 Prozent wachsen. Gesucht werden vor allem Fachkräfte aus Produktion und Ingenieurwesen.
Lange Tradition am Standort
Seit über 30 Jahren hat die Dainox-Gruppe ihren Hauptsitz in Bad Wörishofen. Aus einem kleinen Familienbetrieb entwickelte sich ein international tätiger Anbieter von Verteidigungstechnologie. Heute beliefert Dainox nicht nur die Bundeswehr, sondern auch Streitkräfte verbündeter Nationen.
Die Auftragslage ist so gut, dass sich das Unternehmen frühzeitig zur Erweiterung entschloss. Der Neubau ist ein starkes Signal für die Zukunft der heimischen Industrie. Die offizielle Einweihung ist für 2025 geplant.
Stimmen aus der Politik
Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) lobte die Investition: „Der Neubau ist ein Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer heimischen Wirtschaft. Wir müssen die Rüstungsindustrie gezielt unterstützen.“ Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kündigte an, die Entwicklung genau zu verfolgen.
Die Region profitiert doppelt: von den neuen Arbeitsplätzen und den zusätzlichen Steuereinnahmen. Die Stadt Bad Wörishofen plant, die Infrastruktur rund um das Firmengelände weiter auszubauen.
Forschung und Entwicklung als Treiber
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Forschung. Im Neubau entsteht ein Innovationszentrum, in dem neue Materialien und Schutztechnologien erprobt werden. Ein Team spezialisierter Ingenieure arbeitet an der nächsten Generation von Ausrüstungssystemen.
Die Verbindung von Produktion und Forschung verschafft Dainox einen entscheidenden Vorteil: Prototypen können direkt in Serie erprobt werden. Dadurch beschleunigt sich die Entwicklung neuer Produkte.
Ausblick: Weiteres Wachstum geplant
Bis 2027 will Dainox den Umsatz verdoppeln. Neben dem Neubau in Bad Wörishofen sind weitere Standorte in Deutschland geplant. Details will das Unternehmen noch nicht nennen. Fest steht: Die Bauarbeiten laufen planmäßig, und die ersten Maschinen werden bereits im nächsten Jahr installiert.



