Dänemark verlängert Wehrdienst auf elf Monate
Dänemark: Wehrdienst nun elf Monate

In Dänemark hat am Montag der erste Jahrgang mit dem neuen, auf elf Monate verlängerten Wehrdienst begonnen. Rund 1600 junge Däninnen und Dänen rückten in die Kasernen ein, darunter auch die 19-jährige Prinzessin Isabella, die älteste Tochter von König Frederik und Königin Mary.

Hintergrund: Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine

Die Ausweitung von vier auf elf Monate ist eine direkte Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in Europa. Oberst Michael Villumsen erklärte bei einem Besuch des Militärstützpunkts Oksböl im Westen des Landes gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Schauen Sie nach Osten. Muss ich noch mehr sagen? Es geht natürlich um die Sicherheitslage im Zusammenhang mit Russland und darum, wozu Russland fähig sein könnte, wenn die Nato nichts tut.“

Villumsen betonte die Rolle Dänemarks im Bündnis: „Heute handelt die Nato und unser dänischer Beitrag besteht genau darin, unsere Kampfbereitschaft durch die Wehrpflicht sehr schnell zu stärken.“

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Freiwilligkeit und Losverfahren

Das dänische System setzt weiterhin auf Freiwilligkeit. Wehrfähige junge Menschen melden sich zunächst freiwillig; nur wenn nicht genügend Freiwillige zusammenkommen, entscheidet das Los. In diesem Jahr sind rund 20 Prozent der Wehrpflichtigen Frauen – ein neuer Höchstwert, auch weil die Wehrpflicht für Frauen ab 18 Jahren neu eingeführt wurde.

Prinzessin Isabella im Gardehusar-Regiment

Prinzessin Isabella wird ihren Dienst in der Antvorskov-Kaserne in Slagelse ableisten, wo sie dem Gardehusar-Regiment angehört. Nach dänischen Medienberichten verzichtet sie während ihrer Dienstzeit auf ihre Vergütung. Ihr Bruder, Kronprinz Christian (20), hatte seinen Wehrdienst ebenfalls in Slagelse absolviert und anschließend eine Ausbildung zum Leutnant begonnen.

Die Teilnahme von Mitgliedern der Königsfamilie am Militärdienst hat in Dänemark Tradition und wird als Ausdruck der Verbundenheit mit dem Staat gesehen.

Auswirkungen auf die Streitkräfte

Durch die Verlängerung des Wehrdienstes erhöht sich die Zahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten deutlich. Das dänische Verteidigungsministerium rechnet damit, dass die Maßnahme die Einsatzbereitschaft der Armee nachhaltig stärkt. Die längere Ausbildungszeit ermöglicht es, die Rekruten intensiver zu schulen und sie besser auf die Anforderungen moderner Kriegsführung vorzubereiten.

Kritiker bemängeln jedoch, dass die Verlängerung allein nicht ausreicht, um die Verteidigungsfähigkeit Dänemarks langfristig zu sichern. Sie fordern zusätzliche Investitionen in Ausrüstung und Infrastruktur.

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