Evers: Berliner Abgeordnetenhauswahl als Abstimmung über Tempelhofer Feld
Evers: Wahl als Abstimmung über Tempelhofer Feld

Der neue CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers betrachtet die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September auch als richtungsweisende Abstimmung über die seit Jahren kontrovers diskutierte Randbebauung des Tempelhofer Felds. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ machte Evers deutlich, dass er keinen erneuten Volksentscheid oder eine Bürgerbefragung zu diesem Thema plane. Stattdessen solle die Wahl den Ausschlag geben.

Volksentscheid von 2014 nicht mehr zeitgemäß

Evers argumentierte, dass der Volksentscheid aus dem Jahr 2014, bei dem sich eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner gegen eine Bebauung des Tempelhofer Felds ausgesprochen hatte, angesichts der aktuellen Wohnungsnot nicht mehr als maßgeblich betrachtet werden könne. „Der Volksentscheid liegt zwölf Jahre zurück, damals war die Not lange nicht so groß wie heute“, sagte Evers. „Das kann ich doch nicht ignorieren. Außerdem stehen wir kurz vor einer Wahl. Eine größere Volksentscheidung gibt es nicht.“

Die damalige Entscheidung hatte breite politische Wirkung: Die Grünen und die Linke lehnen eine Randbebauung der größten unbebauten Freifläche inmitten der dicht besiedelten Stadt weiterhin ab. Evers hingegen sieht in der Randbebauung eine Lösung für den angespannten Wohnungsmarkt.

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50.000 neue Wohnungen am Rand des Feldes

Der Spitzenkandidat betonte, dass am Rand des Tempelhofer Felds bis zu 50.000 Menschen ein neues Zuhause finden könnten, ohne dass dafür das 200 Hektar große grüne Herz der Fläche angetastet werden müsse. „Die Menschen spüren doch, dass die Wohnungsnot ein Problem ist, das uns alle betrifft“, sagte Evers. Er sieht die Randbebauung als verträglichen Kompromiss zwischen Wohnraumschaffung und Freiflächenerhalt.

Evers soll die CDU in die Abgeordnetenhauswahl im September führen. Vergangene Woche hatte der vorherige Spitzenkandidat der Partei, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, seinen Rückzug angekündigt, nachdem er wegen widersprüchlicher und falscher Aussagen zum eigenen Krisenmanagement während des Stromausfalls im Januar in die Kritik geraten war.

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