Drei ostdeutsche Bundesländer wählen im September 2026 ihre Landesparlamente: Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Laut dem Handelsblatt-Umfragetracker, der auf Daten der Plattform Dawum basiert, könnte die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD in allen drei Ländern stärkste Kraft werden. Die Umfragen zeigen zudem, dass mehrere kleinere Parteien den Einzug in die Parlamente verpassen könnten.
AfD in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Vorsprung
In Sachsen-Anhalt wird bereits am 6. September gewählt, zwei Wochen vor den anderen beiden Ländern. Die AfD liegt in den Umfragen mit weitem Abstand vor der CDU. Dahinter folgt die Linkspartei. SPD, BSW, Grüne und FDP müssen um den Einzug ins Parlament bangen und könnten an der Fünfprozenthürde scheitern. Sollten mehrere dieser vier Parteien den Einzug verpassen, könnte der AfD ein Ergebnis von mehr als 40 Prozent für eine absolute Mehrheit reichen. In einem Szenario, in dem kleinere Parteien nicht einziehen, hätte die AfD statt 41 Prozent der Sitze 52 Prozent inne – und könnte alleine regieren.
Berlin: Vier Parteien fast gleichauf
Die Hauptstadt wählt am 20. September. Im Median liegen die Linke, die CDU und die AfD bei jeweils 18 Prozent, die Grünen folgen mit 17 Prozent. Wer künftig im Roten Rathaus regiert, ist völlig offen. BSW und FDP würden nach den Umfragen an der Fünfprozenthürde scheitern. Eine Regierungsbildung könnte ein Dreierbündnis erfordern. Die Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus würde sich entsprechend verschieben.
Mecklenburg-Vorpommern: AfD vor SPD
Auch in Mecklenburg-Vorpommern (Wahl am 20. September) liegt die AfD in den Umfragen mit weitem Abstand vor der SPD. CDU und Linkspartei folgen. Das BSW steht derzeit bei fünf Prozent, die Grünen würden an der Fünfprozenthürde scheitern. Die Sitzverteilung auf Basis dieser Umfragen zeigt eine deutliche Verschiebung zugunsten der AfD.
Bereits abgeschlossene Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg
In diesem Jahr fanden bereits Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg statt. In Rheinland-Pfalz wurde die CDU mit 31 Prozent stärkste Kraft vor der SPD (25,9 Prozent). CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder führt nun eine Koalition mit den Sozialdemokraten. Die AfD wurde mit 19,5 Prozent drittstärkste Kraft, während Linke, Freie Wähler und FDP den Einzug verpassten. In Baden-Württemberg holten die Grünen unter Spitzenkandidat Cem Özdemir einen deutlichen Rückstand auf und bildeten erneut eine Regierung mit der CDU. Özdemir wurde zum Ministerpräsidenten gewählt.
Der Handelsblatt-Umfragetracker wird laufend aktualisiert und basiert auf den Werten aller Umfrageinstitute. Die Daten erhebt das Handelsblatt von der Plattform Dawum. Die Grafiken zeigen, wie die Parteien derzeit abschneiden und was das für die Sitzverteilung in den Landesparlamenten bedeuten würde.



