Studie belegt: Kiezblocks reduzieren Unfälle deutlich und steigern Lebensqualität
Kiezblocks reduzieren Unfälle deutlich, steigern Lebensqualität

Studie belegt: Kiezblocks reduzieren Unfälle deutlich und steigern Lebensqualität

Die kontrovers diskutierten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in Berlin zeigen nach einer aktuellen Untersuchung messbare positive Effekte auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Anwohner. Eine im Auftrag der Grünen-Fraktion durchgeführte Studie des Berliner Planungsbüros Stratmo kommt zu dem Ergebnis, dass in sogenannten Kiezblocks die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten überdurchschnittlich stark zurückgegangen ist.

Signifikanter Rückgang der Unfallzahlen

Die Untersuchung von elf verkehrsberuhigten Quartieren in der Hauptstadt ergab, dass zwischen den Jahren 2018 und 2024 die Unfallzahlen innerhalb dieser Kiezblocks um knapp 30 Prozent gesunken sind. Im Vergleich dazu verzeichnete das gesamte Berliner Stadtgebiet im gleichen Zeitraum lediglich einen Rückgang von etwa 9 Prozent. Besonders deutlich war die Reduktion bei schwerwiegenden Unfällen mit Personenschäden, wie aus den Studienergebnissen hervorgeht.

Hohe Zustimmung bei den Anwohnern

Neben den objektiven Sicherheitsdaten dokumentiert die Studie auch eine breite Akzeptanz der verkehrsberuhigenden Maßnahmen bei den direkt betroffenen Bewohnern. In allen untersuchten Kiezen sprachen sich zwischen 65 und 75 Prozent der Befragten für die umgesetzten Veränderungen oder sogar für eine weitere verkehrliche Entwicklung ihres Wohnquartiers aus. Die Anwohner gaben an, dass es in ihren Straßen spürbar ruhiger und entspannter geworden sei und sie sich durch den deutlichen Rückgang des Durchgangsverkehrs erheblich sicherer fühlten.

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Politische Kontroverse um Förderung

Während die Grünen-Fraktion die Studienergebnisse als Beleg für die Wirksamkeit von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wertet und ein abgestimmtes Programm für mehr Kiezblocks fordert, hatte Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) im vergangenen Jahr die Zuschüsse für die Bezirke zur Planung solcher Projekte gestoppt. Als Begründung nannte sie, dass die Belange von Anwohnern, Einsatzkräften, Wirtschaftsverkehren und öffentlichem Nahverkehr nicht ausreichend berücksichtigt würden. Zudem werde zu wenig beachtet, dass der Autoverkehr auf benachbarte Kieze ausweiche, weshalb mehr Abstimmung mit allen Beteiligten notwendig sei.

Was sind Kiezblocks?

Bei Kiezblocks handelt es sich um Wohnquartiere, in denen der Durchgangsverkehr für Kraftfahrzeuge durch verschiedene Maßnahmen eingeschränkt oder vollständig verhindert wird. Dies kann durch Sperrschilder, Poller, Tempolimits, Einbahnstraßenregelungen oder die Einrichtung von Fahrradstraßen erfolgen. In manchen Gebieten, wie beispielsweise im Kreuzberger Bergmannkiez, werden zusätzlich Begrünungen und Sitzgelegenheiten installiert, um die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum weiter zu verbessern.

Die Studie liefert damit erstmals umfassende Daten zur Wirkung dieser verkehrspolitischen Instrumente und dürfte die Diskussion über die Zukunft der Berliner Stadtquartiere weiter anheizen.

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