Landrat kritisiert Deutsche Bahn: Verzögerte Streckensanierung ist Zumutung für Pendler
Landrat kritisiert Bahn: Verzögerung ist Zumutung für Pendler

Landrat kritisiert Deutsche Bahn: Verzögerte Streckensanierung ist Zumutung für Pendler

Im Nordwesten Brandenburgs müssen Bahn-Pendler weiterhin mit erheblichen Einschränkungen leben. Die Sanierungsarbeiten auf der wichtigen Strecke Berlin-Hamburg verzögern sich deutlich, was bei Politikern und Betroffenen für massive Kritik sorgt.

Zweimonatige Verzögerung erwartet

Landrat Ralf Reinhardt (SPD) aus dem Kreis Ostprignitz-Ruppin rechnet mit einem Zeitverzug von etwa zwei Monaten bei den Bauarbeiten. „Das ist für Berufspendler eine Zumutung“, erklärte Reinhardt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Seiner Einschätzung nach werden die Züge frühestens im Juli wieder regelmäßig verkehren können.

Die aktuelle Situation stellt viele Pendler vor kaum lösbare Probleme. „Zweieinhalb Stunden Zugfahrt aus unserer Region im Nordwesten Brandenburgs nach Berlin – das ist kaum noch zu machen“, so der Landrat. Er betonte, dass dadurch Lebensplanungen komplett umgestellt werden müssten.

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Bahn begründet Verzögerung mit Winterwetter

Die Deutsche Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass der ursprünglich für Ende April geplante Fertigstellungstermin nicht eingehalten werden kann. Als Grund nannte der bundeseigene Konzern das Winterwetter mit Frost und Schnee. Erst am 13. März will die Bahn bekanntgeben, wann auf der Strecke wieder regulär Züge fahren können.

Am Dienstag relativierte die Bahn die Verzögerung jedoch etwas und sprach von „wenigen Wochen, nicht von Monaten“. Diese Aussage steht im Widerspruch zu den Befürchtungen des Landrats, der von einer deutlich längeren Unterbrechung ausgeht.

Kritik an Vernachlässigung der Region

Landrat Reinhardt wirft der Deutschen Bahn vor, die Regionen in der Fläche zu vernachlässigen. „Es zählen nur Hochleistungsstrecken, die Regionalnetze haben für die Bahn keine Bedeutung“, kritisierte der SPD-Politiker. Diese Haltung führe dazu, dass ganze Regionen abgehängt würden.

Der Landrat fordert konkrete Maßnahmen zur Entschädigung der betroffenen Fahrgäste:

  • Entschädigungszahlungen für Pendler nach der Streckensperrung
  • Maßnahmen zur Rückgewinnung enttäuschter Fahrgäste
  • Mehr Fernverkehrshalte in Wittenberge
  • Stündliche Verbindungen in Richtung Schwerin im Regionalverkehr

Reinhardt appelliert an Bund, Land und die Deutsche Bahn, sich intensiv mit den Problemen der Region auseinanderzusetzen. Die aktuelle Situation zeige deutlich, wie abhängig viele Menschen von einem funktionierenden Bahnverkehr sind und welche existenziellen Folgen Ausfälle haben können.

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