Zwei Affären erschüttern Linke in Mecklenburg-Vorpommern im Wahljahr
Affären belasten Linke in MV vor Landtagswahl

Zwei Affären erschüttern Linke in Mecklenburg-Vorpommern im Wahljahr

Für die Linken in Mecklenburg-Vorpommern hat sich der politische Wind deutlich gedreht. Trotz bisher solider Umfragewerte im Rennen um die anstehende Landtagswahl drücken nun zwei Personalaffären schwer auf die Stimmung innerhalb der Partei und belasten den kleineren Koalitionspartner in der SPD-geführten Landesregierung erheblich.

Justizministerin und Ex-Gleichstellungsbeauftragte im Fokus

Zunächst bestimmte Justizministerin Jacqueline Bernhardt mit ihrer höchst umstrittenen vorzeitigen Befreiung ihres Sohnes von der Schulpflicht die Negativschlagzeilen. Anschließend rückte nahtlos die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Wenke Brüdgam in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Beide schafften es, das ansonsten politisch eher beschauliche Mecklenburg-Vorpommern bundesweit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und für erheblichen Erklärungsbedarf zu sorgen.

Flaggen-Skandal und Rückkehr in Stadtverwaltung

Der sogenannte Flaggen-Skandal, bei dem die 41-jährige Brüdgam Deutschland-Fahnen von Häusern abriss und dieses Vorgeen auf sozialen Kanälen noch kommentierte und postete, endete mit ihrem Rücktritt als Gleichstellungsbeauftragte des Landes. Jetzt erfolgte ihre Rückkehr in die von ihrer Parteifreundin Eva-Maia Kröger geführte Rostocker Stadtverwaltung, was zusätzlich für politische Brisanz sorgt.

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Diese Entwicklung befeuert den Landtagswahlkampf ordentlich und liefert der oppositionellen CDU Angriffsfläche. Bei der CDU machte prompt der Begriff des Selbstbedienungsladens die Runde, wobei kritisiert wurde, dass für Brüdgam trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt Rostock eine neue Stelle geschaffen worden sei.

Rückfahrticket und politische Reaktionen

Allerdings hatte sich Brüdgam bei ihrer seinerzeitigen Berufung zur Gleichstellungsbeauftragten vom damaligen Rostocker Oberbürgermeister Claus Rune Madsen ein Rückfahrticket in die Verwaltung ausstellen lassen. Vor diesem Hintergrund sprach die Linksfraktion in der Bürgerschaft der Hansestadt an der Ostsee von einem Schmierentheater und einer Empörungsnummer, die die CDU-Fraktion hier aufführe.

Aus dem Büro der jetzigen Oberbürgermeisterin Kröger hieß es dazu: Das Arbeitsverhältnis von Frau Brüdgam bei der Rostocker Stadtverwaltung war mit Übernahme der Position als Gleichstellungsbeauftragte des Landes nicht beendet worden, sondern vorübergehend ruhend gestellt. Brüdgam selbst wollte sich gegenüber der Nordkurier Mediengruppe nicht äußern und verwies auf die Stellungnahmen der Linksfraktion und der Stadtverwaltung.

Diese doppelte Affärenlage stellt die Linken in Mecklenburg-Vorpommern vor erhebliche Herausforderungen in einem ohnehin schon heiklen Wahljahr und könnte ihre bisher guten Umfragewerte nachhaltig beeinträchtigen.

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