Nach dem frühen Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko hätte es in Las Vegas beinahe ein schwarz-rot-goldenes Sommermärchen gegeben. Im 10.000-Dollar-Main-Event der World Series of Poker (WSOP) standen mit Hossein Ensan und Tolga Karakaya gleich zwei Deutsche unter den letzten 21 Spielern. Beide hatten die Titel-Prämie von 10 Millionen Dollar fest im Visier – doch es kam anders.
Ex-Weltmeister Ensan mit Mega-Pech
Hossein Ensan (62), der bereits 2019 Weltmeister wurde, startete als Achter in den Tag. Mit seiner Erfahrung und Ruhe gehörte er zu den Top-Favoriten. Anfangs lief es rund: Er konnte seinen Chipstack fast verdoppeln. Doch dann verlor er zunehmend die Kontrolle. Ensan gewann kaum noch eine Hand und musste schließlich All-In gehen – was zu einem echten Poker-Krimi wurde.
Mit Ass und Dame lief er in die Könige von US-Profi Michael Gagliano. Auf dem Flop traf Ensan die Dame – Hoffnung keimte auf. Doch der Turn ließ alle Titel-Träume zerplatzen: Der dritte König für Gagliano bedeutete das Aus für den deutschen Ex-Weltmeister. Besonders bitter: Auf dem River kam das Ass, das Ensan dringend benötigt hätte – doch seine zwei Pärchen waren schlechter als der Drilling des Amerikaners. Immerhin konnte sich Ensan mit Platz 13 und einer halben Million Dollar trösten.
Deutsche Hoffnungen bei Tolga Karakaya
Nun lagen alle deutschen Hoffnungen auf Tolga Karakaya. Der Amateur-Spieler schaffte es sensationell in den achten Tag des Events – ein absolutes Poker-Märchen. Zu Beginn war er einen Platz besser als Ensan platziert, hatte aber Schwierigkeiten, ins Spiel zu kommen. Er hielt sich im Mittelfeld und konnte seinen Chipstack konsequent bewahren. Als jedoch nur noch elf Spieler übrig waren – zwei Plätze vor dem legendären Final Table – verließen ihn die Poker-Götter.
Mit Ass und Zehn schob er seine Chips in die Mitte, der Amerikaner Jamie Shaevel ging mit einem Buben-Pärchen mit. Zwar kam die 10 auf dem Flop, doch mehr Hilfe gab es nicht. Das Aus auf Platz 11 – versüßt mit 750.000 Dollar, seinem bisher größten Karriere-Gewinn. Beide Deutschen haben zumindest nicht so enttäuscht wie die Nationalmannschaft.
Die letzten neun Spieler im Überblick
- Lucas Jumalon (USA)
- Rami Hammoud (Kanada)
- Jamie Shaevel (USA)
- Greg Mueller (Kanada)
- Michael Gagliano (USA)
- Mario Boos (Frankreich)
- Lauri Saaskilahti (Finnland)
- Han Feng (USA)
- Evagoras Evagorou (Zypern)
Beide deutschen Spieler verpassten den Final Table und damit die Chance auf den Titel und die 10-Millionen-Dollar-Prämie. Dennoch können sie auf starke Leistungen zurückblicken.



