Svetislav Pešić über Abschied: „Einmal Trainer, immer Trainer“
Pešić über Abschied: „Einmal Trainer, immer Trainer“

Svetislav Pešić, einer der größten Trainer des europäischen Basketballs, hat seinen Abschied vom aktiven Coaching bekannt gegeben. Im Interview mit dem SPIEGEL spricht der 76-Jährige über die Beweggründe für seinen Rücktritt, seine Zukunftspläne und erklärt, warum er trotzdem nicht ganz loslassen kann.

„Ich habe mehr als 40 Jahre kaum Zeit in die Familie investiert“

Pešić, der unter anderem die deutsche Nationalmannschaft 1993 überraschend zum EM-Titel führte und mit Panathinaikos Athen die EuroLeague gewann, reflektiert über seine lange Karriere. „Ich habe mehr als 40 Jahre kaum Zeit in die Familie investiert“, gesteht der Serbe. Diese Einsicht sei ein wesentlicher Grund für seinen Entschluss gewesen, aufzuhören. „Es wird Zeit, dass ich mich um meine Frau, meine Kinder und Enkel kümmere.“

Erfolge und Stationen einer Legende

Pešić blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück: Mit der jugoslawischen Nationalmannschaft wurde er Weltmeister, mit Barcelona und Köln feierte er nationale und internationale Titel. Insgesamt gewann er als Trainer über 20 Pokale. „Ich bin dankbar für jeden Moment“, sagt er. „Aber irgendwann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um Platz für Jüngere zu machen.“

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„Einmal Trainer, immer Trainer“

Trotz des Rücktritts will Pešić dem Basketball erhalten bleiben. „Einmal Trainer, immer Trainer“, zitiert er ein bekanntes Sprichwort. Er plane, als Berater oder Mentor tätig zu sein und sein Wissen weiterzugeben. „Ich werde nicht plötzlich zu Hause sitzen und nichts tun. Der Sport ist mein Leben.“ Konkrete Pläne nannte er nicht, deutete aber an, dass er sich vorstellen könne, in einer Funktion beim serbischen Verband oder bei einem Klub zu arbeiten.

Abschied von der aktiven Rolle

Pešić betont, dass der Entschluss nicht leichtgefallen sei. „Ich liebe die Arbeit mit Spielern, die Spiele, die Atmosphäre. Aber ich spüre, dass meine Energie nachlässt. Die jungen Trainer sind hungrig, das ist gut für den Sport.“ Er hoffe, dass seine Nachfolger die Erfolge fortführen könnten. „Ich habe mein Bestes gegeben, mehr kann man nicht tun.“

Blick in die Zukunft

Für die kommende Zeit hat Pešić klare Prioritäten: „Meine Familie steht jetzt an erster Stelle. Ich möchte Reisen unternehmen, die ich immer verschoben habe, und einfach Zeit mit den Menschen verbringen, die mir am wichtigsten sind.“ Dennoch schließt er eine Rückkehr in den aktiven Trainerstab nicht kategorisch aus. „Wenn ein besonderes Projekt kommt, vielleicht für einen kurzen Zeitraum, könnte ich mir das vorstellen. Aber im Moment sage ich: Es ist genug.“

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