Vom Krankenbett zur Rekordzeit: Nils Nolte schwimmt zur Jugend-EM
Vom Krankenbett zur Rekordzeit: Nils Nolte schwimmt zur Jugend-EM

Berlin. Beinahe hätte er nach schwerer Krankheit aufgegeben – nun reist Leistungssportler Nils Nolte mit deutschem Rekord zur Jugend-EM nach München. Der 17-jährige Freistilschwimmer vom Berliner TSC wurde zum Nachwuchssportler des Monats Juni gekürt.

Schwere Lungenentzündung: Zwei Monate Krankenhaus

Vor einem Jahr lag Nils Nolte mit einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus. Zwei Monate fiel der Schwimmer aus. „Zwischendurch stand die Frage im Raum, ob es sich überhaupt noch lohnt, wieder anzufangen“, sagt der 17-Jährige. Sein Comeback begann mit Athletiktraining. Schritt für Schritt: mehr lange Strecken, mehr Grundlage. „Das hat mir geholfen, alles wieder aufzuholen“, so Nolte.

Dreifachqualifikation bei Berlin Swim Open

Bei den Berlin Swim Open qualifizierte sich der Freistilschwimmer gleich dreifach für die Jugendeuropameisterschaften in München – über 100, 200 und 400 Meter. Über 200 Meter schlug er nach 1:48,03 Minuten an und stellte damit einen neuen deutschen Altersklassenrekord auf. „Zeiten, die ich mir letztes Jahr noch gar nicht vorstellen konnte“, sagt Nolte.

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Mit 14 allein nach Berlin

Aufgewachsen ist er in Kiel, direkt am Meer. Schon als kleiner Junge war er ständig im Wasser, surfte mit Freunden, schwamm im Verein. In der vierten Klasse begann er mit dem Training, zur neunten Klasse wechselte er ans Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (SLZB). Da war er 14 – und plötzlich allein in einer fremden Stadt. „Am Anfang war es schwer“, sagt Nolte rückblickend. Neue Belastung, keine Freunde, viel Heimweh. Inzwischen fühlt er sich wohl. Er lebt im Internat, kocht abends mit Mitbewohnern in der Gemeinschaftsküche oder geht in die Mensa.

Strukturierter Tagesablauf

Sein Tag beginnt um sechs Uhr, um sieben steht er am Beckenrand. Nach dem Vormittagstraining folgt Schule bis 16 Uhr, danach die zweite Einheit bis 19 Uhr. Abends bleiben Hausaufgaben – und manchmal eine Serie. Um halb zehn ist Schluss. Die nötige Disziplin ist nicht das Problem. Einzig das Erledigen der Hausaufgaben am späten Abend, das ist manchmal eine Herausforderung.

Motto: „Close the gap“

Sein Motto hat er von einem englischen Trainer aus einem internationalen Trainingscamp mitgebracht: „Close the gap“ – die Lücke schließen. Jeden Tag ein Stück besser werden, sich der Weltspitze nähern. „Das motiviert mich einfach“, sagt er.

Ziele: Medaille bei Jugend-EM, Olympia-Gold

Sein nächstes Ziel: eine Medaille bei der Jugend-EM. Sein großes Ziel: Olympia-Gold. „Bis dahin ist es ein riesiger Schritt. Aber wenn man sich realistische Etappen setzt, ist das erreichbar.“

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