BVB startet ohne klares Saisonziel – Ricken erwartet Transfers
BVB startet ohne klares Ziel – Ricken erwartet Transfers

Borussia Dortmund ist mit vielen Fragezeichen in die Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison gestartet. Trainer Niko Kovac bat am Dienstag bei 30 Grad nach zwei Tagen Leistungsdiagnostik zur ersten Einheit nach der langen WM-Pause. Der Kader war mit U19-Spielern aufgefüllt, etliche WM-Fahrer und verletzte Leistungsträger fehlten.

Ricken: Kein konkretes Ziel, aber nächster Schritt

Sportchef Lars Ricken betonte die Vorfreude im Team: „Ich spüre bei allen eine große Vorfreude. Es waren für alle sieben, acht Wochen Pause. Daran sollte man sich nicht gewöhnen. Das werden sie nicht mehr haben. Endlich geht‘s los.“ Zugleich kündigte er an: „Natürlich wollen wir jetzt auch den nächsten Schritt machen“ – ohne „direkt die Meisterschaft auszurufen“. Ricken bekannte sich zu „beweglichen Zielen“: „Ich bin ein Freund von beweglichen Zielen. Wir haben heute das erste Training und es sind auch beileibe noch nicht alle da. Die Ziele werden wir mit der Mannschaft zusammen besprechen.“

Cramer: Ambitioniert, aber ohne Tabellenplatz-Vorgabe

BVB-Boss Carsten Cramer hatte sich zuvor im „Kicker“ ähnlich geäußert: „Immer, immer, immer, immer besser zu werden. Wir haben gesehen, was wir können, sicherlich aber auch noch nicht alle unsere Potenziale gehoben, das sehen wir ganz selbstkritisch. Also gehen wir die Saison an, ohne schon einen Tabellenplatz auszugeben.“

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Unfertiger Kader: Bisher nur Perspektivspieler

Das größte Problem ist der unfertige Kader. Sportdirektor Ole Book hatte gehofft, zum Trainingsauftakt zwei gestandene Offensivakteure präsentieren zu können. Bisher wurden für zusammen rund elf Millionen Euro die Perspektivspieler Kaua Prates (18) aus Brasilien und Justin Lerma (18) aus Ecuador sowie für knapp 20 Millionen Euro Innenverteidiger Joane Gadou (19) von RB Salzburg verpflichtet. Ricken erklärte: „Wir nehmen uns die Zeit, um am Ende die Spieler zu verpflichten, die uns dann auch verbessern.“

Gerüchte um Karetsas und Adeyemi-Wechsel

Laut Medienberichten ist Dortmund am 18-jährigen Konstantinos Karetsas von KRC Genk interessiert. Das Offensivtalent könnte Julian Brandt ersetzen, der noch keinen neuen Verein gefunden hat. Ein Verkauf von Karim Adeyemi zum FC Barcelona könnte die Transferaktivitäten beschleunigen. Adeyemi, der wie Kjell Wätjen (zum FC Midtylland) nicht mehr zum Trainingsauftakt erscheinen musste, soll gut 20 Millionen Euro plus Boni einbringen.

Ricken: Kader muss besser und stärker werden

Zu den Abgängen Brandt, Niklas Süle und Adeyemi sagte Ricken, sie seien in der letzten Saison „am Ende dann auch nicht mehr die Unterschiedsspieler“ gewesen. Der Druck liegt nun auf Book, neue Unterschiedsspieler zu finden. „Wir wollen ein, zwei, drei wirklich gute Transfers machen. Wir wollen aber die richtigen Transfers machen. Und nicht irgendwelche Transfers, wo wir mal kurzfristig Applaus kriegen und im November haben wir auf einmal das Problem: Waren das wirklich die richtigen?“, so Ricken. „Ich bin überzeugt davon, dass uns das bis zum Ende der Transferperiode gelingen wird, einen Kader zu haben, der besser und stärker ist als letzte Saison.“

Ansage an letztjährige Neuzugänge

Ricken richtete auch eine klare Forderung an die in der vergangenen Saison verpflichteten Jobe Bellingham, Carney Chukwuemeka und Fábio Silva: „Ich glaube, die werden besser und das ist auch unsere Erwartung, dass die auch den nächsten Schritt machen.“

Kovac: Integration der WM-Fahrer

Trainer Kovac steht vor der Herausforderung, die Leistungsträger nach der WM zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu integrieren. Die deutschen Nationalspieler sollen bis auf den schwer am Sprunggelenk verletzten Nico Schlotterbeck zur Asienreise (26. Juli bis 2. August) wieder einsteigen. Die mit der Schweiz und Norwegen ausgeschiedenen Gregor Kobel und Julian Ryerson stoßen danach dazu.

Schlotterbeck frühestens im Herbst zurück

Wann Schlotterbeck wieder fit ist, ist unklar. Ricken meinte: „Das wird noch ein paar Wochen dauern. Das muss man ehrlicherweise sagen.“ Ob es vor oder nach der ersten Länderspielpause passiere, hänge vom Heilungsverlauf ab – frühestens im September, womöglich erst im Oktober. Bei Kapitän Emre Can wird es nach dessen Kreuzbandriss noch länger dauern.

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Vertragssituation von Kovac und Cramer

Neben den offenen Kaderfragen beschäftigt Dortmund auch die Zukunft von Kovac und Cramer. Beider Verträge laufen im Sommer 2025 aus, eine Verlängerung zeichnet sich ab. Ricken sagte: „Da wächst wirklich ein tolles Team zusammen“ – im Hinblick auf Cramer, Kovac und Sportdirektor Book. „Das ist eine Gemeinschaft.“