Berlin wird am Samstag zur Bühne für ein neues Basketball-Experiment. In der ausverkauften Uber Eats Music Hall feiert der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Dennis Schröder mit seiner Event-Serie „LGCY“ Premiere. Gemeinsam mit Nationalspielern wie Franz Wagner, Andreas Obst und Isaac Bonga will der Weltmeister Basketball moderner, schneller und unterhaltsamer machen. Vor allem junges Publikum soll damit erreicht werden.
Was steckt hinter LGCY?
Der Name LGCY leitet sich vom englischen Wort „Legacy“ (Vermächtnis) ab. Die Profi-Spieler Dennis Schröder, Franz Wagner, Andreas Obst und Isaac Bonga werden jeweils mit einem eigenen Team bei dem Format antreten. Viele Details zu Regeln und Ablauf veröffentlichten die Organisatoren erst kurz vor dem Premieren-Event.
Entwickelt wurde das Projekt von Basketball-Funktionär Philipp Dembowski, Rapper Jalil Berkholz und Yoran Henzler, der bereits an Toni Kroos’ Icon League mitgearbeitet hat. Inspiration lieferten Formate wie die Kings League oder die Baller League – allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Während dort vor allem ehemalige Profis oder Influencer im Mittelpunkt stehen, setzt LGCY bewusst auf aktive Basketball-Stars.
Sommerpause als Zeitfenster
Die Serie ist zunächst auf die Sommerpause der Profis beschränkt, wenn in den nationalen Ligen und der NBA spielfrei ist. Ob sich das Konzept langfristig etablieren kann, bleibt abzuwarten. Schon in den kommenden Jahren dürfte der internationale Basketball-Kalender mit der WM 2027 in Katar und den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles deutlich weniger Spielraum für zusätzliche Veranstaltungen lassen.
Schröder verfolgt mit LGCY ein klares Ziel: Basketball soll vor allem für junge Menschen attraktiver werden. Neue Spielregeln, eine enge Verbindung zu Musik und Kultur sowie ein schnelleres Spieltempo sollen das Format von klassischen Ligaspielen unterscheiden. In einem Instagram-Beitrag wirbt LGCY mit dem Slogan: „Das Spiel neu definieren. Dennis Schröder bricht die Regeln.“ Unterstützung gibt es sogar aus den USA. NBA-Legende Shaquille O’Neal bezeichnete die Legacy Series in einer Videobotschaft als „die Zukunft des Basketballs“.
Diese Regeln unterscheiden LGCY von der Bundesliga
Gespielt wird auf einem digitalen Glasboden, auf dem zusätzliche Spielfeldmarkierungen eingeblendet werden können. Die Partien dauern lediglich viermal fünf Minuten und damit deutlich kürzer als in der Basketball-Bundesliga oder der NBA. Außerdem wird mit einer auf 20 Sekunden verkürzten Angriffsuhr gespielt. Besonders spektakulär: Für Dunks gibt es künftig drei statt der üblichen zwei Punkte. Die Organisatoren versprechen sich dadurch mehr Action und weniger Spielunterbrechungen.
Reaktionen aus der Liga
Ob LGCY langfristig eine Ergänzung oder Konkurrenz zur Basketball-Bundesliga wird, ist noch offen. Liga-Geschäftsführer Stefan Holz sieht das neue Format zunächst positiv. „Grundsätzlich zeigt sich, dass das gesamte Basketball-Ökosystem wächst und gedeiht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Einige Ideen könnten künftig auch für den klassischen Liga-Basketball interessant sein.
Weitere Veranstaltungen geplant
Nach der Premiere in Berlin folgt am 9. August eine weitere Veranstaltung in München. Dazwischen ist außerdem ein Streetball-Event in Schröders Heimat Braunschweig geplant. Alle Spiele werden beim Pay-TV-Sender Dyn übertragen. Die öffentlich-rechtlichen Sender können ausgewählte Partien ebenfalls zeigen.



