Hertha-Juwel Gouram vor Startelf-Debüt gegen Bochum
Hertha-Juwel Gouram vor Startelf-Debüt gegen Bochum

Bei Hertha BSC bahnt sich eine faustdicke Überraschung an: Soufian Gouram (20) steht unmittelbar vor seinem Startelf-Debüt in der 2. Bundesliga. Trainer Stefan Leitl (48) plant den offensiven Mittelfeldspieler offenbar für den Auftakt beim VfL Bochum ein. Die Partie im Ruhrstadion wird am Freitag um 20.30 Uhr angepfiffen. Der Este, der aktuell für die U21-Nationalmannschaft Estlands aufläuft, hat seine Chance in der Sommervorbereitung eindrucksvoll genutzt.

Dort machte Gouram vor allem mit zwei wunderschönen Treffern auf sich aufmerksam. Gegen Lok Leipzig hämmerte er den Ball zum 3:1-Erfolg in den Winkel, gegen den 1. FC Köln gelang ihm beim 2:2 ebenfalls ein Traumtor. Beide Male aus der zweiten Reihe, beide Male mit seinem starken linken Fuß. Solche Aktionen sind in den vergangenen Jahren bei Hertha BSC selten geworden. Kein Wunder also, dass die Verantwortlichen jetzt mehr von dem 20-Jährigen sehen wollen.

Gourams Stärken: Torgefahr und Ruhe

Der junge Spielmacher hat sich mit diesen Auftritten in die Gedächtnisse der Fans gespielt. Doch es sind nicht nur die Tore, die den Unterschied machen. Gouram zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Ruhe aus. Er macht sich keine Gedanken, zieht sein Ding durch und hat keine Angst vor großen Namen. Er setzt seine Mitspieler gut ein, sucht den flachen Pass in die Spitze, aber auch den Abschluss aus der Distanz. Diese Mischung aus Selbstbewusstsein und Spielübersicht kommt beim Trainerteam an.

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Seine wichtigsten Qualitäten im Überblick:

  • Starker linker Fuß mit Zug zum Tor
  • Ruhe und Selbstvertrauen trotz jungem Alter
  • Keine Scheu vor Zweikämpfen oder großen Namen
  • Gutes Auge für die Mitspieler sowie den eigenen Abschluss

Das wäre der Plan gegen Bochum

Leitl ist dafür bekannt, jungen Spielern das Vertrauen zu schenken. Im Fall von Gouram scheint die Tendenz klar Richtung Startelf zu gehen. Dafür müsste der 18-jährige Boris Mamuzah Lum weichen und zunächst auf die Bank. Die defensiven Aufgaben würden Paul Seguin (31) und Kevin Sessa (26) übernehmen. Sie hätten die Aufgabe, dem Spielmacher den Rücken freizuhalten und das Spiel nach vorne zu strukturieren. Ein mutiger Plan, der zur Übergangssaison der Berliner passt.

Hertha BSC hat sich für die neue Saison keine großen Ziele gesetzt. Ein einstelliger Tabellenplatz soll her, mehr nicht. Dafür vertrauen sie in der Hauptstadt verstärkt den eigenen Talenten aus der Akademie. Dieser Weg wird von der Klubführung geschlossen mitgetragen. Eine solche Rochade wäre ein starkes Signal: Hertha setzt auf den Mann, der am lautesten klopft – nicht auf Rang oder Namen.

„Bester Transfer ist der interne Transfer“

„Wir glauben einfach daran, dass der beste Transfer der interne Transfer ist. Wir haben total spannende Jungs hochgezogen“, sagte Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich (59). Diese Worte zeigen deutlich die Philosophie des Klubs. Auch Leitl stimmt in diesen Tenor ein. Nach dem 2:2 gegen Köln lobte er seine Youngster ausdrücklich: „Wir haben unsere jungen Spieler reingeworfen, die das hervorragend gemacht haben.“ Zu diesen jungen Spielern zählt auch Gouram, der von den Verantwortlichen als eines der größten Talente im Verein eingeschätzt wird. Görlichs Worte sind eine klare Ansage an alle Talente im Verein: Wer sich anbietet, bekommt seine Chance. Diese Botschaft ist bei den jungen Spielern angekommen – auch bei Soufian Gouram.

Der VfL Bochum ist bekannt für seine leidenschaftliche Spielweise vor eigenem Publikum. Für einen Neuling wie Gouram könnte die Atmosphäre im Ruhrstadion eine völlig neue Erfahrung sein – doch genau solche Herausforderungen scheinen ihn zu beflügeln.

Letzte Trainingseinheiten entscheiden

Für Gouram geht es nun darum, in den verbleibenden Trainingseinheiten vor dem Bochum-Spiel weiter Vollgas zu geben. Sollte er weiterhin so überzeugen wie in den Testspielen, wird Leitl nicht umhinkommen, ihn von Beginn an auflaufen zu lassen. Die Fans dürfen sich dann auf einen Spieler freuen, der mit seinem starken linken Fuß für Spektakel sorgt und keine Scheu vor der großen Bühne hat. Das Ruhrstadion ist für den ersten Einsatz eine durchaus herausfordernde Kulisse – aber genau solche Momente scheinen Gouram zu beflügeln.

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Somit könnte der Saisonauftakt für Hertha BSC gleichzeitig den Durchbruch eines neuen Publikumslieblings bedeuten. Ob der 20-Jährige tatsächlich in der Startelf steht, wird sich allerdings erst kurz vor Anpfiff endgültig klären. Fest steht aber schon jetzt: Gouram hat die große Chance seines jungen Lebens. Und er scheint bereit, sie zu nutzen.