Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine amtliche Warnkarte am heutigen Vormittag neu bewertet. Für nahezu das gesamte Bundesgebiet gilt seither eine Hitzewarnung. Einzelne Gebiete im Norden und Nordwesten sind ausgenommen, doch in der Mitte, im Osten und im Süden herrscht nach Einschätzung der Meteorologen eine extreme Wärmebelastung. Die betroffenen Regionen verzeichnet man in der Warnkarte mit der höchsten Warnstufe.
Eine Hitzewarnung des DWD hat einen offiziellen Charakter. Sie richtet sich an die Bevölkerung, an Arbeitgeber und an Einrichtungen wie Pflegedienste oder Kindertagesstätten. Ziel ist es, hitzebedingte Gesundheitsstörungen zu vermeiden. Der DWD rät, die Warnhinweise ernst zu nehmen und das eigene Verhalten den hohen Temperaturen anzupassen.
Regionale Unterschiede in der Warnkarte
Die aktuelle Warnkarte zeigt deutliche regionale Unterschiede. Während für die Mitte, den Osten und den Süden Deutschlands eine extreme Wärmebelastung ausgewiesen ist, bleiben einige Gebiete an der Küste und im Nordwesten ohne Hitzewarnung. Auf der Karte sind diese Regionen nicht markiert, weil dort die Kriterien für eine Warnung nicht erfüllt sind. Das heißt allerdings nicht, dass dort keine sommerlichen Temperaturen herrschen.
Die gefühlte Temperatur fällt in diesen Gebieten niedriger aus oder die Wohnräume können in der Nacht ausreichend abkühlen. Genau diese beiden Faktoren sind für die Warnentscheidung entscheidend. Im Tagesverlauf kann sich die Warnlage verändern. Der DWD beobachtet die Entwicklung fortlaufend und passt die Warnkarte bei Bedarf an.
Wann der DWD eine Hitzewarnung ausgibt
Der DWD berechnet für seine Hitzewarnungen die gefühlte Temperatur. Dabei handelt es sich um einen Wert, der die tatsächliche Lufttemperatur mit weiteren Faktoren verknüpft. Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung spielen eine wichtige Rolle. Hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Wärme als drückender erscheinen, während Wind für Abkühlung sorgt.
Überschreitet die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag den Wert von etwa 32 Grad, spricht der DWD von einer starken Wärmebelastung und gibt eine Hitzewarnung heraus. Zusätzlich muss die Bedingung erfüllt sein, dass sich Wohnräume nachts nicht ausreichend abkühlen. Nur wenn beide Kriterien vorliegen, wird eine Warnung ausgesprochen. Das verhindert, dass Warnungen zu häufig oder unnötig ausgelöst werden.
Ab einem Wert von 38 Grad gefühlter Temperatur gilt eine extreme Wärmebelastung. In den aktuell betroffenen Gebieten wird dieser Schwellenwert voraussichtlich erreicht oder überschritten. Der DWD weist in diesem Fall noch deutlicher auf die gesundheitlichen Gefahren hin. Besonders der Kreislauf und das Herz-Kreislauf-System können unter der anhaltenden Hitze leiden.
Verhalten bei starker Hitze
Der DWD hat konkrete Empfehlungen veröffentlicht, wie man sich bei einer Hitzewarnung verhalten sollte. Ganz oben auf der Liste steht, die direkte Sonne möglichst zu meiden. Wer nach draußen muss, sollte anstrengende Tätigkeiten auf die frühen Morgenstunden verschieben, wenn die Temperaturen noch moderat sind. So kann der Körper der Hitze besser begegnen.
Zudem rät der Wetterdienst dazu, regelmäßig zu trinken. Ideal sind Wasser, Saftschorlen oder ungesüßte Tees. Leichte Kleidung und leichte Mahlzeiten helfen ebenfalls, den Körper zu entlasten. Alkohol sollte während einer Hitzewarnung vermieden werden, weil er den Flüssigkeitsverlust erhöht und den Kreislauf zusätzlich belastet.
Auch in den eigenen vier Wänden lässt sich einiges tun: Wohnräume sollten vor Sonne geschützt werden, etwa durch Rollläden, Fensterläden oder Vorhänge. Gelüftet wird am besten, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Das ist vor allem in den späten Abend- und frühen Morgenstunden der Fall. So verhindert man, dass sich die Räume weiter aufheizen und nachts keine Erholung möglich ist.
Der DWD empfiehlt außerdem, auf Mitmenschen zu achten, die alleine leben und die Hitze womöglich unterschätzen. Nachbarn oder Angehörige können an heißen Tagen nach dem Rechten sehen. Die aktuelle Hitzewarnung gilt zunächst für den Tag, kann aber bei anhaltend hohen Temperaturen verlängert werden. Die Warnkarte wird regelmäßig aktualisiert.



