Tokio – Es herrscht Klarheit bei Borussia Dortmund. Nach BILD-Informationen hat BVB-Trainer Niko Kovač (54) seine wichtigste System-Entscheidung für die neue Saison getroffen. Der Klub bleibt bei der Fünferkette. Intern wurde in den vergangenen Wochen zwar immer wieder über eine Rückkehr zur Viererkette nachgedacht, doch die Eindrücke der Vorbereitung haben die Frage final beantwortet. Eine System-Umstellung wird es in der kommenden Spielzeit nicht geben.
Die System-Frage ist beantwortet
Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für die Mannschaftsaufstellung. Das Gerüst für den Saisonstart steht zu großen Teilen. Nach BILD-Informationen sind acht BVB-Stammplätze bereits jetzt vergeben. Konkret heißt das: Gregor Kobel ist die unangefochtene Nummer eins im Tor. In der Dreier-Abwehrkette gelten Waldemar Anton und der Sommer-Neuzugang Joane Gadou als gesetzt. Die Verletzungen von Nico Schlotterbeck und Emre Can machen die Personalsituation zwar kompliziert, aber auch berechenbar: Anton und Gadou bekommen in den ersten Wochen die Chance, sich einzuspielen und Verantwortung zu übernehmen.
Für den dritten Innenverteidiger-Posten hat Ramy Bensebaini die besten Karten. Der erfahrene Defensivspieler dürfte nach seiner Rückkehr direkt wieder in die Startelf rücken. Sicher ist das aber noch nicht, weshalb er nicht zu den acht festen Stammplätzen gezählt wird. Sollte Bensebaini nicht rechtzeitig fit werden, bleibt die Position offen – ein Restrisiko, das Kovač im Blick behalten muss.
Acht Positionen sind fix verteilt
Die festen Größen im Kader sind damit klar benennbar. Neben Kobel, Anton und Gadou sind auch die beiden Schienenspieler gesetzt: Daniel Svensson links und Julian Ryerson rechts haben klar die besten Karten. Beide überzeugten in der Vorbereitung und sollen die Breite im Spiel nach vorne bringen. Auch im Zentrum ist die Hackordnung eindeutig. Felix Nmecha soll gemeinsam mit Jobe Bellingham das neue Top-Duo im Mittelfeld bilden. Die beiden genießen intern großes Vertrauen und gelten als Garanten für Stabilität und Kreativität im Spielaufbau.
Ganz vorne führt kein Weg an Serhou Guirassy vorbei. Der Top-Stürmer ist die klare Nummer eins im Angriff und bürgt für Torgefahr. Damit sind acht Positionen fest vergeben: Kobel, Anton, Gadou, Svensson, Ryerson, Nmecha, Bellingham und Guirassy bilden den Kern der neuen BVB-Mannschaft.
Offene Rechnung auf den drei Halbpositionen
Spannend wird es auf den drei offensiven Plätzen hinter dem Stürmer. Dort kämpfen gleich mehrere Spieler um die Startelf-Chance. Maximilian Beier, Fabio Silva und Carney Chukwuemeka gehören zu den etablierten Kandidaten, die bereits im Kader stehen. Neu hinzukommen könnte Konstantinos Karetsas. Der Neuzugang hat den Medizincheck beim BVB bereits absolviert und soll in den nächsten Tagen nur noch unterschreiben. Der junge Offensivspieler bringt frischen Wind und könnte sofort in die Startelf drängen.
Auch Yan Couto möchte sich nach zwei schwierigen Jahren im BVB-Trikot noch einmal empfehlen. Der Brasilianer will sich auf der rechten Seite für einen Platz anbieten – doch genau dort ist Julian Ryerson gesetzt. Couto hat es damit schwer, einen Stammplatz zu ergattern. Seine Chance dürfte vor allem als Joker oder bei engen Spielplänen kommen.
Die Entscheidung für die Fünferkette gibt dem Team Stabilität. Gleichzeitig bleibt die Offensive flexibel, weil die drei Positionen hinter Guirassy variabel besetzt werden können. Kovač kann je nach Gegner und Spielsituation auf verschiedene Qualitäten setzen – von Tempo über Abschlussstärke bis hin zu Kreativität.
Kovač hat sein Gerüst gefunden
Dass ausgerechnet im Trainingslager in Tokio die Entscheidung fiel, ist kein Zufall. Die Einheiten in Japan haben dem Trainerteam die Gelegenheit gegeben, die neuen Abläufe intensiv zu testen. Die Erkenntnisse flossen direkt in die Planung ein. Nun ist der Weg für die restliche Vorbereitung vorgezeichnet: Es geht darum, die Abläufe weiter zu verfeinern und die offenen Offensivpositionen zu besetzen.
Sobald Schlotterbeck und Emre Can wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können, wird sich der Konkurrenzkampf in der Defensive weiter verschärfen. Bis dahin hat Kovač aber eine klare Vorstellung: acht Stammplätze sind vergeben, drei Plätze sind heiß umkämpft. Die Fans dürfen gespannt sein, wer sich am Ende durchsetzt.



