Werder Bremens Trainer Daniel Thioune (52) steht vor einer wichtigen Personalentscheidung: Bleibt Marco Friedl (28) auch in der kommenden Saison Kapitän des Bundesligisten? Seit dem Wiederaufstieg 2022 trägt der Österreicher die Binde, damals sogar als jüngster Spielführer der Liga. Sein Vorgänger Horst Steffen hatte Friedl in der Vorbereitung auf die vergangene Saison im Amt bestätigt. Doch nun muss Thioune eine eigene Entscheidung treffen.
Friedl im Fokus: Thiounes klare Ansage
Thioune betont, dass er Friedl genau beobachten wird – und das wörtlich. „Wir müssen uns hinsetzen, in die Augen schauen und die letzte Saison bewerten. Ich werde ihn fragen, wie wohl er sich in dem Amt fühlt“, sagte der Trainer. Trotz der offenen Gespräche zeigt Thioune Vertrauen in seinen Kapitän: „Marco geht sowieso vorweg. Er hat seinen Job in den letzten Jahren sehr, sehr gut gemacht. Was würde dagegen sprechen, dass er es im nächsten Jahr auch macht?“
Wandernde Binde im Trainingslager
In Friedls Abwesenheit – er befindet sich im WM-Urlaub – wurde die Binde im Trainingslager zum Wanderobjekt. Im Test gegen den japanischen Erstligisten Okayama (2:0) trugen die Torhüter Michael Hein und Nummer 3 Dennis Kolke das wertvolle Stück. Zuvor gegen Verden waren es Verteidiger Anthony Jung und Julian Pieper. Thioune nutzte diese Phase bewusst, um andere Spieler in die Verantwortung zu nehmen: „Wichtig, dass Karl in die Verantwortung genommen wird. Er ist aktuell die Nummer 1 und Kapitän der estnischen Nationalmannschaft. Jetzt ging es darum: Wie funktioniert er unter Druck? Kann ich ihn fördern und fordern mit der Binde?“
Ende der Experimente: Bewährte Kräfte vor dem Bochum-Test
Mit den Kurzzeit-Praktika als Mannschaftschef ist nun Schluss. Am Samstag sollen im Test gegen den VfL Bochum bewährte Kräfte wie Vize-Kapitän Jens Stage den Stoff tragen. Thioune kündigte an: „Keine Experimente mehr. Am Wochenende geht die Binde an Spieler, die sie schon getragen haben.“ Sollte Friedl weitermachen wollen, darf er das – vorausgesetzt, er bleibt bei Werder. Die endgültige Entscheidung fällt nach dem persönlichen Gespräch zwischen Trainer und Kapitän.



