Jürgen Klopp hat seinen ersten öffentlichen Auftritt als neuer Bundestrainer abgesagt. Der 59-Jährige sollte beim Internationalen Trainerkongress in Mainz den Eröffnungsvortrag halten, zog seine Teilnahme jedoch kurzfristig zurück. In einer Videobotschaft entschuldigte er sich und begründete seine Entscheidung.
Warum Klopp nicht spricht
„Ich möchte nicht gleich zu Beginn nochmal Schlagzeilen liefern, ohne jemals mit der Mannschaft gespielt zu haben“, sagte Klopp in dem Video. Sein geplantes Thema lautete: „Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr“. Darin wollte er über seine Karriere berichten und darüber, wie er es geschafft habe, lange bei Vereinen zu bleiben.
Doch dann, so Klopp, sei ihm klar geworden: „Wenn ich mir vorstelle, ich hätte darüber erzählt, dann könnte mir das durchaus in den nächsten Tagen und Wochen um die Ohren fliegen. Weil, jetzt bin ich Trainer geworden. Das war schon schwer genug. Aber jetzt muss ich auch zeigen, dass ich es auch bleiben kann. Darauf möchte ich mich konzentrieren.“
Fokus auf die Nationalmannschaft
Klopp übernahm im September 2024 das Amt des Bundestrainers beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Seitdem hat er noch kein offizielles öffentliches Statement abgegeben – der Trainerkongress wäre sein erster Auftritt gewesen. Mit der Absage will er offenbar vermeiden, dass seine Worte vor dem ersten Länderspiel gegen die Nationalmannschaft interpretiert werden.
Der dreitägige Kongress in Mainz ist eine renommierte Veranstaltung für Trainer aus dem Profi- und Amateurbereich. Ursprünglich war Klopp als Hauptredner für den Eröffnungsvortrag vorgesehen. Der DFB bestätigte die Absage und erklärte, dass Klopp stattdessen in einer Videobotschaft seine Beweggründe erläutere.
Reaktionen auf die Absage
Die Nachricht von Klopps Absage sorgte in der Trainerszene für Aufsehen. Viele Teilnehmer hatten sich auf seine Rede gefreut. „Es ist schade, aber wir respektieren seine Entscheidung“, sagte ein Sprecher des Kongresses. „Jürgen Klopp hat in seiner Karriere immer bewiesen, dass er Prioritäten setzen kann.“
Klopp selbst betonte in seinem Video, dass er sich voll und ganz auf seine neue Aufgabe konzentrieren wolle. „Ich bin jetzt Bundestrainer – das ist eine große Ehre und Verantwortung. Ich möchte nicht mit leeren Worten starten, sondern mit Taten überzeugen.“
Ausblick auf die Zukunft
Wann Klopp sich erstmals öffentlich äußern wird, ist noch unklar. Der DFB plant eine offizielle Pressekonferenz vor dem ersten Spiel unter seiner Leitung. Bis dahin will der 59-Jährige die Mannschaft kennenlernen und seine Philosophie vermitteln.
Die Absage beim Trainerkongress zeigt, wie ernst Klopp seine neue Rolle nimmt. Er will nicht als Redner glänzen, sondern als Trainer. Die Fußballwelt darf gespannt sein, wie sich der ehemalige Liverpool-Coach beim DFB schlägt.



