Die AfD möchte in Nordrhein-Westfalen eine eigene Halle für Parteiveranstaltungen erwerben. Dies geht aus einem Schreiben von Parteichef Martin Vincentz und Schatzmeister Christian Blex an die Mitglieder hervor. Die genaue Lage und das Objekt selbst wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Kosten und Finanzierung
Nach Angaben der Partei soll die Halle drei Millionen Euro kosten. Eine Million Euro davon will die AfD über Spenden einwerben. Die restliche Summe wird durch Eigenkapital und ein Darlehen der Bundespartei finanziert, wie ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Landesverbands erklärte.
Hintergrund: Schwierigkeiten bei der Raumsuche
Die AfD ist wie alle Parteien auf regelmäßige Versammlungen angewiesen, etwa für interne Wahlen oder die Aufstellung von Wahllisten. Der Landesverband NRW berichtet jedoch von erheblichen Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Viele Hallenbetreiber weigerten sich, die Partei zu beherbergen. Dies ist auf die Einstufung der AfD durch das Bundesamt für Verfassungsschutz als „rechtsextremistischen Verdachtsfall“ zurückzuführen. Mehrere Landesverbände – darunter Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen – werden sogar als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ geführt.
Bisherige Veranstaltungen und Proteste
Ihre letzten Großveranstaltungen hielt die Partei in einer Halle im westfälischen Marl sowie beim Bundesparteitag in Erfurt ab. Beide Termine mussten aufgrund zahlreicher Protestaktionen aus dem linken politischen Spektrum mit einem massiven Polizeiaufgebot gesichert werden. Die AfD erhofft sich durch den Kauf einer eigenen Halle mehr Unabhängigkeit und Planungssicherheit für künftige Parteitage und Versammlungen.



