Der Zwangsabstieg von 1860 München sorgt nicht nur bei den Löwen für Entsetzen – sondern wirbelt jetzt die komplette 3. Liga durcheinander! Nachdem der Traditionsklub keine Lizenz für die kommende Saison erhalten hat, wird der frei gewordene Platz nun an einen aktuellen Absteiger vergeben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Lizenzierungsausschuss dem jeweiligen Verein auch tatsächlich die Spielberechtigung für die 3. Liga erteilt.
Havelse als erster Profiteur
Aktuell würde der erste Profiteur TSV Havelse heißen. Der Tabellen-17. könnte trotz des sportlichen Abstiegs in der 3. Liga bleiben – vorausgesetzt, die Lizenzauflagen werden erfüllt. Genau daran arbeitet der Klub offenbar bereits mit Hochdruck. Nach BILD-Informationen hat sich Havelse schon organisatorisch abgesichert: Die Heimspielstätte aus der abgelaufenen Drittligasaison bleibt bestehen. Auch 2026/27 soll im Eilenriedestadion der Nachwuchsakademie von Hannover 96 gespielt werden. Die beiden 96-Geschäftsführer Jonas Boldt (44) und Henning Bindzus (42) haben die entsprechenden Verträge bereits unterzeichnet.
Weitere Nachrücker in der Warteschleife
Sollte Havelse die Lizenz dennoch nicht erhalten, wäre Erzgebirge Aue (18.) der nächste Nachrücker. Dahinter folgen der SSV Ulm (19.) und schließlich Schlusslicht Schweinfurt. Für mehrere Vereine lebt damit plötzlich wieder die Hoffnung auf den Klassenerhalt – obwohl sie sportlich bereits abgestiegen sind.
1860 muss in die Regionalliga
Ausgelöst wurde das Chaos durch das finanzielle Desaster bei 1860 München. Die Löwen konnten die erforderlichen 2,7 Millionen Euro nicht fristgerecht hinterlegen. Investor Hasan Ismaik hatte das zugesagte Darlehen kurzfristig gekündigt, das Geld floss nicht. Damit muss der einst so stolze Klub – wie schon 2017 – den bitteren Gang in die Regionalliga antreten.
In den Tagen vor Ablauf der Frist wurde fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Anwälte beider Seiten diskutierten bis tief in die Nacht, unzählige E-Mails wurden ausgetauscht, sogar Insolvenzrechtsexperten waren eingeschaltet. Doch am Ende blieb eine Einigung aus. Präsident Gernot Mang sprach von einer „besonders enttäuschenden Entwicklung“, da man auf die Einhaltung der Zusagen vertraut habe.
Damit ist das Drama für 1860 allerdings noch nicht beendet. Noch ist unklar, ob zumindest die rund eine Million Euro für die Regionalliga gesichert werden können. Sollte auch diese Summe nicht aufgebracht werden, droht sogar die Insolvenz. Während die Löwen also vor einem sportlichen und finanziellen Scherbenhaufen stehen, kämpfen andere Klubs plötzlich um eine zweite Chance. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Lizenzierungsausschuss – und könnte die Zusammensetzung der 3. Liga noch einmal komplett verändern.



