Argentinien hat sich ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gekämpft – aber der Sieg gegen die Schweiz war ein hartes Stück Arbeit. Nach 120 Minuten stand ein 2:1-Erfolg in der Verlängerung, der die Südamerikaner weiter im Turnier hält. Doch die Leistung ließ Fragen offen: Kann man jedes Spiel etwas schlechter und trotzdem Weltmeister werden? Argentinien scheint es zu versuchen.
Müder Auftritt trotz Überzahl
Die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni tat sich gegen die defensiv starken Schweizer lange schwer. Besonders in der regulären Spielzeit fehlte es an Durchschlagskraft. Die Schweiz stand tief und lauerte auf Konter. Argentinien hatte zwar mehr Ballbesitz, aber die gefährlichen Aktionen blieben Mangelware. Selbst eine längere Überzahl nach einer Gelb-Roten Karte gegen einen Schweizer Spieler konnte das Team nicht entscheidend nutzen. Die Messi-Momente werden weniger, das Team wird immer müder – das hängt zusammen.
„Wir haben gewusst, dass es ein schwieriges Spiel wird“, sagte ein sichtlich erleichterter Lionel Messi nach dem Spiel. „Die Schweiz hat uns alles abverlangt. Aber wir haben charakterstark gespielt und uns den Sieg erkämpft.“ Der Superstar selbst blieb blass und wurde mehrfach gefoult. Seine Körpersprache deutete auf Frustration hin, doch in der Verlängerung zeigte er dann seine Klasse.
Verlängerung bringt die Entscheidung
In der Verlängerung erhöhte Argentinien den Druck. Nach 105 Minuten war es dann soweit: Ein abgefälschter Schuss von Ángel Di María landete im Tor – 1:0 für Argentinien. Die Schweiz steckte aber nicht auf und kam nur wenige Minuten später durch einen Konter zum 1:1-Ausgleich. Nun schien alles auf ein Elfmeterschießen zuzusteuern. Doch in der 118. Minute köpfte Julián Álvarez eine Flanke von Messi zum 2:1-Siegtreffer ein. Die Erleichterung bei den Argentiniern war riesig.
„Die Energie aus den Partys der Fans hat uns getragen“, scherzte ein Teammitglied nach dem Spiel. Tatsächlich ist die Stimmung im argentinischen Lager trotz der durchwachsenen Leistungen gut. Die Mannschaft lebt von einer besonderen Energie, die sie aus der Unterstützung der Fans schöpft. „Wir sind eine Familie, wir kämpfen füreinander“, betonte Messi.
Auf dem Weg zum Titel?
Argentinien steht nun im Halbfinale und trifft dort auf den Sieger der Partie zwischen Brasilien und Portugal. Die Frage bleibt, ob die Mannschaft ihre Leistung steigern kann. Bisher hat Argentinien in jedem Spiel der K.o.-Runde eine Verlängerung gebraucht. Das spricht für Moral, aber auch für taktische Probleme. „Wir müssen uns steigern, das ist klar“, räumte Trainer Scaloni ein. „Aber wir sind noch im Turnier, und das zählt.“
Die Statistik spricht eine klare Sprache: In der regulären Spielzeit hatte Argentinien nur 35 Prozent Torschüsse auf das gegnerische Tor, während die Schweiz gefährlicher konterte. In der Verlängerung drehte sich das Blatt: 60 Prozent Ballbesitz und acht Torschüsse, davon drei aufs Tor. Der Sieg war verdient, aber nicht überzeugend. Die Frage bleibt: Reicht das für den WM-Titel?
Fazit: Argentinien lebt von besonderer Energie
Argentinien ist weiter – aber der Weg wird nicht leichter. Die Mannschaft um Lionel Messi zeigt Schwächen, gewinnt aber dank einer besonderen Energie und Moral. Gegen die Schweiz reichte das, um ins Halbfinale einzuziehen. Doch gegen stärkere Gegner wird mehr nötig sein. Ob Argentinien das abrufen kann, wird sich zeigen. Eines ist sicher: Die Fans werden ihre Mannschaft weiter unterstützen – egal wie schlecht das Spiel ist.



