England steht im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. Dank eines Doppelpacks von Jude Bellingham besiegte die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel Norwegen am Dienstag in Miami mit 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung. Vor 64.478 Zuschauern im Football-Stadion der Miami Dolphins drehten die Three Lions erneut einen Rückstand und können weiter vom zweiten WM-Titel nach 1966 träumen.
Norwegens Traumtor durch Schjelderup
Norwegen ging durch ein Traumtor von Andreas Schjelderup in der 36. Minute in Führung. Der Ball schlug mit 113 km/h im Winkel des langen Ecks ein. Schjelderup ließ sich nach dem Treffer auf den Schultern von Martin Ödegaard tragen. Zuvor hatte England zwar fast 70 Prozent Ballbesitz, aber wenig zwingende Aktionen. Bellingham (19.) per Kopf und Harry Kane (29.) per Freistoß brachten ihre Chancen nicht auf das Tor. Den ersten Schuss auf das Tor hatte Norwegen durch Erling Haaland (35.), doch der Kopfball war zu zentral und kein Problem für Englands Torwart Jordan Pickford.
Bellingham gleicht vor der Pause aus
Kurz vor der Halbzeitpause glich Bellingham aus. Einen Ball ins Zentrum von Anthony Gordon nahm der Ex-Dortmunder auf, drang mit Wucht in den Strafraum ein und schloss aus kurzer Distanz ab. Im Vorfeld war der Abstoß von Norwegens Torwart Örjan Nyland offenbar von einem gespannten Kamerakabel gestoppt worden, sodass der Ball vor die Füße von Gordon gelangte. Die FIFA widersprach dem Verdacht jedoch: Die Daten würden eine Berührung des Balles nicht belegen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel sogar noch das 2:1 durch Kane, doch der Stürmer des FC Bayern stand in seinem 120. Länderspiel im Abseits.
Haaland-Foul verhindert norwegische Führung
Norwegen änderte seinen Ansatz nicht, überließ England den Ball und setzte auf Konter. Nach einer Ecke staubte Torbjörn Heggem (55.) zur norwegischen Führung ab, doch wegen eines Fouls von Haaland an Eliot Anderson im Vorfeld galt der Treffer nach Videobeweis nicht. Bei nahezu jedem Standard wurde Norwegen gefährlich. Nach einer Ecke von Patrick Berg rettete zunächst Pickford, doch beim folgenden Kopfball von Kristoffer Ajer (76.) half den Engländern nur noch die Latte. England brachte in der zweiten Halbzeit keinen Schuss auf das norwegische Tor zustande – es ging in die Verlängerung.
Bellingham entscheidet die Partie
In der Verlängerung patzte Norwegens bisher so sicherer Keeper Nyland. Einen Schuss von Morgan Rogers wehrte der Ex-Leipziger direkt vor die Füße von Bellingham ab. Der 23-Jährige ließ sich die Chance zur Entscheidung nicht nehmen und traf in der 93. Minute zum 2:1. Es schien noch bitterer für Norwegen zu werden: Nach einem vermeintlichen Foul an Djed Spence entschied Schiedsrichter Clément Turpin auf Strafstoß, revidierte die Entscheidung aber nach dem Videostudium.
Prominenz in Miami
Die Prominenz ließ sich auch von Temperaturen von weit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit nicht abschrecken. Sir David Beckham mit Ehefrau Victoria, Norwegens Kronprinz Haakon und Venus Williams verfolgten die Partie im Stadion. England hat nun zwei Siege bis zum großen Titel-Traum.



