WM-Prognose der FU Berlin: Spanien holt den Titel
Kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 haben Wissenschaftler der Freien Universität Berlin eine mathematische Vorhersage getroffen. Ihr Ergebnis: Spanien wird am 19. Juli in New York den WM-Pokal gewinnen. Die deutsche Nationalmannschaft hingegen hat laut Berechnung nur eine geringe Chance auf den Titel.
Die Methode hinter der Vorhersage
Das Team um Dr. Ulrich Schneider, wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Schwerpunkt Statistik und Ökonometrie, hat drei verschiedene Statistikmodelle entwickelt. Insgesamt flossen 200 Arbeitsstunden in die Berechnungen. „Ähnliche Methoden nutzen auch Wettbüros zur Festlegung ihrer Quoten“, erklärt Schneider. Die Forscher analysierten sämtliche Länderspiele seit 2012 – insgesamt 13.000 Partien. Dabei kamen die Dixon-&-Coles-Methodik und das Elo-Rating zum Einsatz. Die Ergebnisse wurden in 100.000 verschiedenen Varianten simuliert. Faktoren wie Heimvorteil, Angriffs- und Abwehrstärke wurden berücksichtigt, einzelne Spieler jedoch nicht.
Das Turnierformat
Die WM 2026 umfasst 48 Mannschaften, die in 12 Gruppen zu je vier Teams eingeteilt sind. Jede Mannschaft spielt gegen die drei Gruppengegner, was 72 Gruppenspiele ergibt. 32 Teams – die Gruppenersten und -zweiten sowie die acht besten Gruppendritten – erreichen das Sechzehntelfinale. Danach folgen im K.o.-System Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale, Spiel um Platz 3 und das Finale.
Die Ergebnisse der Berechnung
Laut den FU-Wissenschaftlern wird Spanien mit einer Wahrscheinlichkeit von 13 bis 19 Prozent Weltmeister. Argentinien folgt mit 10 bis 14 Prozent als Vizeweltmeister, England belegt mit 10 bis 12 Prozent den dritten Platz. „Norwegen, Japan und die Türkei könnten für Überraschungen sorgen“, sagt Dr. Schneider. „Sie sind die Geheimfavoriten.“
Deutschlands Aussichten
Die deutsche Mannschaft hat laut Prognose eine 5,5-prozentige Chance auf den Titel. Immerhin: Mit 98,4 Prozent Wahrscheinlichkeit erreicht das Team das Sechzehntelfinale. Die Forscher erwarten insgesamt zehn deutsche Tore im Turnier. „Gegen Curaçao ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Deutschland mehr als vier Tore schießt“, so Schneider. „Gegen die Elfenbeinküste gewinnen sie in zwei Dritteln der Fälle. In drei von zehn Spielen verlieren sie gegen Ecuador.“
Hinweise und Einschränkungen
Doktorand Marc Schalberger, Hertha-Fan, meint schmunzelnd: „Wir nehmen gerne in Kauf, dass unsere Prognosen nicht stimmen, wenn Deutschland doch gewinnt.“ Alle Details und die Möglichkeit, eigene Simulationen durchzuführen, finden sich auf der Website der Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin. Die Universität betont, dass die Prognosen ausschließlich Bildungs- und Unterhaltungszwecken dienen.



