Tadej Pogacar, der dominierende Radsportler der letzten Jahre, sieht sich plötzlich mit Buhrufen bei der Tour de France konfrontiert. Der slowenische Weltmeister, der mit seiner spektakulären Fahrweise und lockeren Art bisher die Fans begeisterte, scheint nun aufgrund seiner großen Dominanz bei einigen Zuschauern am Straßenrand auf Ablehnung zu stoßen. Auf Spruchbändern war sogar „UAE Mafia“ zu lesen.
Pogacar lässt sich von Djokovic inspirieren
Pogacar nahm die neue Erfahrung gelassen hin. „Ich denke dabei immer an Tennis - an Novak Djokovic und seine mentale Stärke, die er hat. Er hatte in dieser Hinsicht eine der schwierigsten Karrieren und musste viele Pfiffe ertragen, manchmal ohne ersichtlichen Grund, obwohl er einer der Größten aller Zeiten ist. Wenn mich also jemand ausbuht, denke ich an Novak Djokovic und lasse mich von ihm inspirieren“, sagte der Weltmeister.
Historische Dominanz im Radsport
Pogacar hat in den letzten Jahren den Radsport dominiert wie vor ihm wohl nur Eddy Merckx. Mit vier Gesamtsiegen bei der Tour, 24 Etappensiegen, zwei Weltmeister-Titeln und Erfolgen bei den Klassikern lässt er seinen Rivalen kaum etwas übrig. Auch die Tour 2026 scheint bereits vor den großen Alpenetappen entschieden zu sein. In der jüngeren Geschichte dominierte Chris Froome mit vier Siegen in fünf Jahren ähnlich, und Lance Armstrong wurden sieben Siege in Serie wegen Dopings nachträglich aberkannt. Beide erlebten ebenfalls unangenehme Erfahrungen am Straßenrand.
Anfeindungen auch gegen van der Poel
Noch weitaus größere Anfeindungen musste in der Vergangenheit Mathieu van der Poel vor allem bei Cross-Rennen in Belgien über sich ergehen lassen. Der Niederländer beherrscht die belgische Domäne derart, dass einige Fans dies nur schwer ertragen können. Van der Poel wurde gar schon mit Bier oder Urin beworfen.
Pogacars Sicht auf die Fans
Die Anhängerschaft von Pogacar ist am Straßenrand indes deutlich in der Überzahl. „99 Prozent der Leute feuern alle an. Radsport-Fans sind die besten im gesamten Sport“, sagt der Tour-Patron und fügt hinzu: „Wenn mich jemand ausbuht oder irgendjemand anderen, dann buht er eigentlich das gesamte Peloton aus, weil man gar nicht genau sagen kann, wem es gilt. Wir fahren ja alle gemeinsam vorbei.“



