Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta verschiebt seinen geplanten Börsengang in Hongkong und wartet auf bessere Marktbedingungen. Ein Börsengang im Jahr 2027 gilt nun als wahrscheinlicher, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Dem Bericht zufolge hat der Krieg im Nahen Osten die Märkte für Agrarprodukte und Düngemittel durcheinandergebracht. Zudem könnte Syngenta wegen seines Engagements im Saatgutsektor mit einem längeren Genehmigungsverfahren konfrontiert sein. Syngenta, das vom chinesischen Staatskonzern Sinochem kontrolliert wird, war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Früheren Insiderangaben zufolge bereitete Syngenta für das vierte Quartal einen Börsengang mit einem Emissionsvolumen von bis zu zehn Milliarden Dollar vor.
ABB übernimmt Rotork für 5,5 Milliarden Dollar
Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB will den britischen Industrieausrüster Rotork für rund 5,5 Milliarden Dollar übernehmen. ABB bietet den Aktionären von Rotork 503 Pence je Aktie in bar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Verwaltungsrat von Rotork unterstütze die Übernahme und empfehle den Aktionären die Annahme des Angebots. Die Transaktion soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen werden, sofern die Aktionäre und die Behörden zustimmen. ABB will die Übernahme aus bestehenden Barmitteln und zugesagten Kreditlinien finanzieren. Rotork ist auf die Herstellung von elektrischen Stellantrieben und Systemen zur Durchflusssteuerung spezialisiert, die in der Öl-, Gas-, Chemie- und Wasserwirtschaft eingesetzt werden.
BASF hebt nach Gewinnsprung Jahresziele an
BASF hat nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) soll 2026 nun zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro liegen, teilte der Chemiekonzern am Mittwoch mit. Bisher wurden 6,2 bis 7,0 Milliarden erwartet. Im abgelaufenen Quartal kletterte das bereinigte Ergebnis nach vorläufigen Zahlen auf 2,4 Milliarden Euro, nach 1,6 Milliarden im Vorjahreszeitraum, und übertraf damit die Analystenschätzungen deutlich. Der Umsatz stieg dank höherer Preise und einer anziehenden Nachfrage um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro.
Chipausrüster ASML steigert Umsatz und erwartet noch bessere Geschäfte
Der Chipausrüster ASML rechnet dank des Booms von Künstlicher Intelligenz mit noch besseren Geschäften im laufenden Jahr. Der Umsatz soll nun 43 bis 45 Milliarden Euro erreichen, teilte das im EuroStoxx 50 gelistete Unternehmen am Mittwoch mit. Erst im April hatte das Management seine Prognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben. Die Bruttomarge soll mit 54 bis 56 Prozent nun ebenfalls höher ausfallen als zuletzt gedacht. Die neuen Zielwerte übertreffen auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Im zweiten Quartal steigerte ASML den Umsatz überraschend stark auf gut 9,3 Milliarden Euro nach knapp 8,8 Milliarden im ersten Quartal. Die Bruttomarge stieg von 53 auf 54 Prozent. Unter dem Strich verdiente der Konzern gut 2,9 Milliarden Euro nach knapp 2,8 Milliarden im ersten Jahresviertel.
Johnson & Johnson und BlackRock mit starken Quartalszahlen
Der US-Konzern Johnson & Johnson hat sich im zweiten Quartal trotz rückläufiger Verkäufe seines Psoriasis-Medikaments Stelara gut geschlagen. Treiber waren vor allem neue Krebsmedikamente und Arzneien für Entzündungskrankheiten, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Konzernchef Joaquin Duato sprach von einem starken Jahresviertel und hob die Prognosen für das Gesamtjahr erneut an. Für das Gesamtjahr ist nun ein Erlös von bis zu 101,4 Milliarden Dollar angepeilt, statt zuletzt bis zu 101,3 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird nun bei 11,60 bis 11,75 Dollar erwartet, zuvor standen hier noch 11,45 bis 11,65 Dollar im Plan. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat dank einer Börsenrallye und starker Mittelzuflüsse im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen übertroffen und ein Rekordvolumen an verwaltetem Vermögen erreicht. Das verwaltete Vermögen kletterte auf den Rekordwert von 15,34 Billionen Dollar nach 12,53 Billionen im Vorjahreszeitraum. Anleger vertrauten BlackRock netto 192 Milliarden Dollar an neuem Geld an, ein Großteil davon floss in die börsengehandelten Indexfonds (ETF) der Tochter iShares. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 13,91 Dollar deutlich über den erwarteten 12,59 Dollar.
Boehringer Ingelheim und Richemont mit Umsatzplus
Ein florierendes US-Geschäft und die anhaltend hohe Nachfrage nach dem Kassenschlager Jardiance haben Boehringer Ingelheim im ersten Halbjahr ein kräftiges Umsatzplus beschert. Die Erlöse stiegen in den ersten sechs Monaten währungsbereinigt um gut 16 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro, wie Deutschlands größter Pharmakonzern am Mittwoch mitteilte. Die Humanmedizin steuerte mit 13,1 Milliarden Euro den Löwenanteil bei, ein Zuwachs von 20,1 Prozent. Das Diabetesmittel Jardiance brachte allein 5,7 Milliarden Euro ein. Beim Luxusgüterkonzern Richemont hält der Lauf im Schmuckgeschäft an. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 zog der Konzernumsatz in Lokalwährungen um 20 Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar an, wie das Schweizer Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit übertraf Richemont die Analystenschätzungen von durchschnittlich 5,9 Milliarden Euro klar. Das Schmuckgeschäft, zu dem Cartier und Van Cleef & Arpels gehören, setzte 24 Prozent mehr um.
DocMorris wächst dank E-Rezept, JPMorgan verdient Milliarden
DocMorris hat im zweiten Quartal dank eines stark wachsenden Geschäfts mit rezeptpflichtigen Medikamenten kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um 15,2 Prozent auf knapp 309,7 Millionen Franken, wie die Schweizer Online-Apotheke am Mittwoch mitteilte. Allein das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten schwoll um 45,8 Prozent an. „Unsere Umsatzdynamik hat im zweiten Quartal 2026 nochmals spürbar an Fahrt aufgenommen“, erklärte Firmenchef Walter Hess. Die US-Großbank JPMorgan Chase hat im zweiten Quartal dank florierender Geschäfte im Investmentbanking deutlich mehr verdient. Der Gewinn stieg auf 21,2 Milliarden Dollar nach 14,99 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Erträge im Investmentbanking kletterten um 30 Prozent. JPMorgan profitierte von einer Belebung des Fusions- und Übernahmegeschäfts sowie von großen Börsengängen, darunter das Debüt von SpaceX mit einer Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar.
Ericsson mit Einbußen, Vossloh und Evotec senken Prognosen
Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson hat im zweiten Quartal infolge der Kostensteigerungen Einbußen verzeichnet. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um sieben Prozent auf 6,52 Milliarden schwedische Kronen, der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 52,7 Milliarden Kronen. „Wir haben im zweiten Quartal Maßnahmen ergriffen, um die Kosteninflation bei den Komponenten abzumildern“, erklärte der scheidende Konzernchef Börje Ekholm. Der Bahntechnikkonzern Vossloh wird vorsichtiger und erwartet für das laufende Jahr nur noch einen Umsatz zwischen 1,51 und 1,61 Milliarden Euro, das Ebitda zwischen 195 und 210 Millionen Euro. Das Hamburger Biotechunternehmen Evotec senkte seine Umsatz- und Ergebnisprognose für 2026. Der Umsatz wird nun bei 570 bis 610 Millionen Euro erwartet, das bereinigte operative Ergebnis bei minus 70 bis minus 105 Millionen Euro. Evotec leidet unter nachlassender Nachfrage und hohen Kosten.
Hapag-Lloyd hebt Prognose an, TSMC mit Umsatzsprung
Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd hat ihre Gewinnprognose für 2026 angehoben. Das operative Ergebnis (Ebitda) wird nun bei 2,7 bis 3,7 Milliarden Dollar erwartet, nach zuvor 1,1 bis 3,1 Milliarden. Wegen volatiler Frachtraten und geopolitischer Herausforderungen sei die Prognose jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet. Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar. Der wertvollste börsennotierte Konzern Asiens profitiert vom KI-Boom.
VW und BMW mit Absatzrückgängen, Covestro und Südzucker mit Gewinnsprüngen
Volkswagen hat im ersten Halbjahr 4,1 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, gut sechs Prozent weniger als im Vorjahr. In China ging der Absatz um mehr als ein Viertel zurück. BMW lieferte rund 1,15 Millionen Fahrzeuge aus, ein Rückgang von mehr als vier Prozent. Covestro hob seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 an, nachdem das vorläufige EBITDA im ersten Halbjahr bei 669 Millionen Euro lag. Südzucker steigerte das operative Ergebnis im ersten Quartal deutlich auf 135 Millionen Euro, trotz eines Umsatzrückgangs auf 2,06 Milliarden Euro.
Levi Strauss, Foxconn und Nike mit positiven Geschäften
Levi Strauss hob nach einem starken Quartal seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Der US-Jeanshersteller rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von 7,0 bis 7,5 Prozent. Foxconn steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um fast 40 Prozent auf rund 2,5 Billionen Taiwan-Dollar, angetrieben von der KI-Nachfrage. Nike übertraf die Umsatzerwartungen mit Erlösen von 10,97 Milliarden Dollar im vierten Geschäftsquartal.
AB Foods, Prosus und FlatexDegiro mit gemischten Ergebnissen
Der Mutterkonzern von Primark, AB Foods, rechnet trotz wachsender Umsätze bei der Modekette mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns, vor allem wegen des schwächelnden Zuckergeschäfts. Der Technologie-Investor Prosus steigerte den Umsatz um 57 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar. Der Online-Broker FlatexDegiro wird seine Umsatz- und Ertragsziele für 2027 schon in diesem Jahr erreichen: Der Umsatz soll um 16 Prozent auf 650 Millionen Euro steigen, das Konzernergebnis um 25 Prozent auf rund 200 Millionen Euro.



