Adeyemi-Wechsel nach Barcelona: Eine Überraschung des Transfer-Sommers
Karim Adeyemi (24) verlässt Borussia Dortmund in Richtung FC Barcelona. Der Wechsel des Flügelstürmers, der beim BVB zuletzt meist nur auf der Bank saß und nicht für die WM nominiert wurde, gilt als eine der größten Überraschungen dieses Transfer-Sommers. Vorausgesetzt, der Medizincheck wird bestanden, wechselt Adeyemi nach Spanien. Der Schritt unterstreicht nach Ansicht von Beobachtern die Mentalitätsprobleme im deutschen Fußball: wenig Leistung wird dennoch belohnt.
BVB-Boss Ricken: Deutliche Abschiedsworte
BVB-Geschäftsführer Lars Ricken (50) sagte zum Trainingsstart: „Mit Karim Adeyemi haben wir bislang vier Spieler abgegeben – leider waren das alles nicht mehr die Unterschiedsspieler in der letzten Saison!“ Diese Aussage trifft den Kern: Adeyemi gelang es in vier Jahren bei Borussia Dortmund unter keinem Trainer – darunter Nuri Sahin, Edin Terzic, Mike Tullberg und Niko Kovac –, dauerhaft zum Leistungsträger zu werden. Sein Marktwert fiel von 60 auf 40 Millionen Euro. In 146 Pflichtspielen erzielte er 36 Tore (0,24 pro Spiel), nur 15 Mal stand er über die volle Distanz von 90 Minuten auf dem Platz.
Adeyemis Probleme: Selbstwahrnehmung und Defensivarbeit
Adeyemi fordert ein Gehalt von über zehn Millionen Euro, sitzt aber meist auf der Ersatzbank. Er sieht sich als Dribbelkünstler wie Lamine Yamal (19), scheitert jedoch oft bereits an den ersten Gegenspielern. Seine Ballbehandlung ist inkonsistent. Defensivarbeit konnte ihm kein BVB-Trainer nachhaltig beibringen. Trainer Niko Kovac (54) führte mit keinem Spieler mehr Einzelgespräche als mit Adeyemi – offenbar ohne durchschlagenden Erfolg. Eine Weiterentwicklung blieb in den Jahren in Dortmund aus.
Zwischen Genie und Phlegma: Adeyemis Bilanz
Adeyemi schwankt auf dem Platz zwischen genialen Aktionen und Gleichgültigkeit. In der Nationalelf kam er unter Julian Nagelsmann und Hansi Flick nur auf elf Einsätze (ein Tor). Die Nichtnominierung für die WM war konsequent. Für den BVB ist der Abgang finanziell ein Nullsummenspiel: 2022 für 30,5 Millionen Euro aus Salzburg geholt, bringt Adeyemi nun inklusive Boni eine ähnliche Ablösesumme ein. Sportdirektor Ole Book und Ricken dürften erleichtert sein, dass sie den Unruheherd los sind: In der letzten Saison sorgte Adeyemi durch eine Waffenaffäre (Mysterybox), einen Flaschenwurf, Wechselfrust, nächtliche Twitch-Interviews mit seiner Frau Loredana und ein unruhiges Beraterumfeld für negative Schlagzeilen.
Aussichten in Barcelona: Flick als Hoffnungsträger
In Barcelona trifft Adeyemi auf Hansi Flick, der ihn bereits aus der Nationalelf kennt. Flick gilt als Trainer, der Potenzial heben kann. Adeyemi hat die Qualität, um in La Liga zu überzeugen, muss aber mehr Eigenmotivation zeigen. Der Wechsel bietet ihm die Chance auf einen Neuanfang.



