WM-Halbfinale: Dignes Patzer entscheidet Frankreichs Niederlage gegen Spanien
Dignes Patzer besiegelt Frankreichs WM-Aus gegen Spanien

Ein einziger Fehler von Lucas Digne bescherte Frankreich im WM-Halbfinale gegen Spanien die 0:2-Niederlage. Der 32-jährige Linksverteidiger foulte Spaniens Superstar Lamine Yamal im Strafraum, was zu einem Elfmeter führte. Die Franzosen gerieten nicht nur in Rückstand, sondern verloren komplett ihre Linie. Der Matchplan, auf Konter zu setzen, war dahin. Ein Kommentar von Martin Einsiedler.

Der entscheidende Moment in der 20. Minute

Fußball kann brutal sein. Vor allem dann, wenn man selbst betroffen ist in einem Spiel vor 70.000 Zuschauern im Stadion und vielen Millionen vor den Bildschirmen. Man wollte sich bestimmt nicht in Lucas Digne hineinversetzen. Der 32 Jahre alte Linksverteidiger Frankreichs hatte bei der 0:2-Niederlage im WM-Halbfinale gegen Spanien den entscheidenden Fehler gemacht.

Sicher, Fußball ist ein Mannschaftssport, aber das Duell Spanien gegen Frankreich war das zweier gleich starker Teams. Die Spanier bestachen im Turnierverlauf durch ihre Kompaktheit, die Franzosen darüber hinaus durch ihren fulminanten Angreifer Kylian Mbappé. Schon vor dem Anpfiff war klar, dass in diesem Spiel ein individueller Fehler entscheidend sein könnte. So sollte es kommen.

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In der 20. Minute segelte eine Flanke in den Strafraum der Franzosen. Anstatt den Ball direkt zu klären, traf Digne nach einer missglückten Ballannahme mit dem Fuß den Oberschenkel des heranstürmenden Lamine Yamal. Elfmeter! In Dignes anschließendem Blick zeigte sich all die Verzweiflung, die ein solcher Fehler in einem solchen Spiel auslösen kann.

Dignes Absturz vom Stabilspieler zum Sündenbock

Bis dahin war Digne einer der stabilsten Spieler des Turniers – jemand, auf den sich seine Mannschaft verlassen konnte. An seine Souveränität und Zweikampfstärke wird sich nun keiner mehr erinnern. Was von ihm bleiben wird in diesem Turnier, ist diese eine Unachtsamkeit. Durch den Elfmeter gerieten die Franzosen nicht nur in Rückstand, sie verloren komplett ihre Linie. Ihr Plan war es, die Spanier kommen zu lassen, um dann mit ihren schnellen Offensivspielern zu gefährlichen Kontern zu gelangen. Nach dem frühen Gegentor war dieser Matchplan dahin.

Historische Parallelen: Große Fehler bei großen Turnieren

Große Turniere leben von solchen großen Fehlern, das gehört zum Fußball dazu. 1986 griff Deutschlands bis dahin famoser Torhüter Toni Schumacher im WM-Finale gegen Argentinien daneben. 2002 war es der ebenso überragende deutsche Keeper Oliver Kahn, der mit seinem Fehler Brasilien den Titel schenkte. 2006 brachte Weltfußballer Zinedine Zidane die Franzosen mit seiner Tätlichkeit im Finale gegen Italien auf die Verliererstraße. Und so weiter und so fort. All das wird Lucas Digne nicht trösten.

Immerhin heißt es, Zeit heile alle Wunden. Es wird eine Weile dauern, bis sich der sonst so zuverlässige Verteidiger von diesem Fauxpas erholt. Aber das nächste Spiel für ihn kommt bestimmt, es muss und wird weitergehen. Für ihn und ganz bestimmt für Frankreichs so talentierte Nationalmannschaft.

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