Sein Zimmer im Trainingslager von RB Leipzig in Saalfelden blieb auch am Sonntag leer. Der WM-Star Yan Diomande (19) hatte sich vor dem Abflug nach Österreich mit einem Infekt abgemeldet. Trainer Martin Demichelis (45) betonte nach dem Testsieg gegen Verl (4:0): „Er ist richtig krank.“ Damit wollte er offenbar auch mögliche Zweifel an der Haltung des Spielers ausräumen. Denn längst ist kein Geheimnis mehr, dass Diomande Leipzig eigentlich verlassen möchte. Der 19-Jährige hat sich mit starken Leistungen bei der WM und beim Afrika-Cup in die Auslage der europäischen Top-Klubs gespielt und gilt als eines der größten Talente des Weltfußballs. Sein Marktwert ist entsprechend gestiegen.
Vertrag mit Real Madrid steht
Mit Real Madrid ist sich der Ivorer über einen Vertrag bis 2031 einig. Die Königlichen wollen den jungen Angreifer langfristig binden und ihn zu einem der Führungsspieler der Zukunft aufbauen. Auch Diomande selbst drängt auf den Wechsel. Doch zwischen den Vereinen herrscht weiterhin keine Einigkeit. RB Leipzig pocht auf eine Ablöse von mindestens 120 Millionen Euro – eine Summe, die Real Madrid bisher nicht zahlen will. Der Wechsel hakt also weiterhin. In Deutschland wird spekuliert, ob die Madrilenen vielleicht noch ein weiteres Angebot nachschieben oder ob sie den Preis noch etwas drücken wollen. Fest steht: Ohne die Zustimmung von Leipzig wird Diomande nicht wechseln.
Berater-Chaos als Stolperstein
Ein entscheidender Faktor im Transferpoker ist offenbar die Beratersituation des Spielers. Diomande wechselte im Februar seine Berater-Agentur. Seitdem kracht es im Umfeld des Ivorers. Seine frühere Agentur „Maxidel Management“ hat im Frühjahr den internationalen Sportgerichtshof CAS angerufen. Die Firma des früheren Kapitäns der Elfenbeinküste, Max Gradel (38), pocht auf einen vermeintlichen Exklusiv-Vertrag mit Diomande. Dieser wurde laut BILD-Informationen beim Afrika-Cup Ende 2025 geschlossen und soll bis zum 31. Dezember 2027 laufen. Dabei geht es um mehrere Millionen Euro.
Rechtsgrauzone in Deutschland
Das Problem dabei: Anders als in Frankreich, wo „Maxidel“ seinen Sitz und damit auch seinen Gerichtsstand hat, gibt es solche Exklusivvereinbarungen in Deutschland nicht. Genau diese Grauzone nutzte die neue Agentur „Roc Nation“, die von Rap-Star Jay-Z (56) geführt wird. Sie soll Diomande und seiner Familie den Wechsel angeblich mit Extra-Zahlungen im hohen sechsstelligen Bereich schmackhaft gemacht haben. Auch jetzt gilt „Roc Nation“ als treibende Kraft im Transferpoker um den Offensivspieler. Die US-Agentur hat offenbar ein massives Interesse daran, dass der Wechsel nach Madrid über die Bühne geht, denn dort winkt eine ordentliche Provision.
Real Madrid prüft genau
Sollte der Wechsel nach Madrid offiziell werden, dürfte auch „Roc Nation“ kräftig kassieren – vorausgesetzt, rechtlich sind wirklich alle Ansprüche von „Maxidel“ abgegolten. Doch genau das ist nach BILD-Informationen nicht der Fall. Das anhaltende Berater-Chaos lässt vermutlich auch die Verantwortlichen von Real Madrid noch einmal genauer prüfen, bevor sie ein neues Angebot an RB Leipzig richten. Denn ein Transfer mit ungeklärten Rechtsansprüchen könnte später zu Problemen führen – etwa wenn der Spieler selbst Regressforderungen ausgesetzt ist. Der Poker um Diomande wird sich also vorerst weiter hinziehen. Leipzig muss währenddessen in Saalfelden ohne seinen Star planen, und auch die Fans dürften sich noch gedulden müssen.



