Stamm-Elf fast komplett: Heißes Duell um letzten Platz
Dynamo-Startelf fast fix: Duell um letzten Platz

Zehn von elf Positionen in der Startelf von Dynamo Dresden für den Zweitliga-Auftakt am Samstag in Nürnberg sind vergeben. Das machte die 2:1-Generalprobe gegen Union Berlin deutlich, bei der Trainer Thomas Stamm beinahe seine komplette Wunschformation aufbot. Nur ein Platz bleibt offen – die rechte Angriffsseite. Zwei der gesetzten Positionen zeigten allerdings noch Wackler, was aber kaum Konsequenzen haben dürfte.

Im Tor genießt Tim Schreiber das Vertrauen. Stamm ließ keinen Zweifel: „Da braucht es für mich kein Gespräch mehr, das muss gar nicht geführt werden, weil es ein laufender Prozess ist.“ Elias Bethke bleibt herausgefordert, sich über Training und Einsätze anzubieten.

Abwehr: Viererkette steht – mit kleinen Baustellen

Vor Schreiber formieren sich Alexander Rossipal, Friedrich Müller, Thomas Keller und Jonas Sterner. Gerade die Außenverteidiger Rossipal und Sterner haderten gegen Union in der Rückwärtsbewegung und waren beim Gegentor zum 0:1 mit involviert. Als Optionen für die Zukunft gelten Brooklyn Ezeh und Simon Straudi. Auch in der Innenverteidigung ist mit Ahmet Muhamedbegovic ein ernsthafter Konkurrent für Müller vorhanden.

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Stamm bleibt gelassen: „Natürlich sind es jetzt eher zwei bis drei Positionen, die gesamt noch offen sind. Dass du jetzt nicht mehr alles über den Haufen wirst, ist klar.“ Er verwies auf die vergangene Saison: „Im Tor hat man letztes Jahr gesehen, dass Konkurrenzkampf beflügeln kann. Der Mensch neigt dazu, bequem zu werden. Deshalb geht es da um eine optimale Mischung.“

Die Erkenntnisse aus dem Union-Spiel sind für Stamm dennoch wertvoll. Kleinere Abstimmungsprobleme lassen sich im Training korrigieren – die Grundstruktur stimmt. Zudem sorgt der Konkurrenzdruck dafür, dass sich niemand zu sicher fühlen darf.

Mittelfeld und Angriff: Die Achse steht

Im Zentrum gibt es keine Diskussionen: Nicolai Rapp als Sechser, Robert Wagner als Achter und Niklas Hauptmann als Zehner bilden die Schaltzentrale. Vorne sind Vincent Vermeij als Mittelstürmer und Ben Bobzien auf der linken Offensivseite gesetzt. Das System wechselt zwischen 4:3:3 und 4:2:3:1, je nach Anforderung des Gegners.

Die mutmaßliche Startelf in der Übersicht:

  • Tor: Tim Schreiber
  • Abwehr: Alexander Rossipal, Friedrich Müller, Thomas Keller, Jonas Sterner
  • Mittelfeld: Nicolai Rapp, Robert Wagner, Niklas Hauptmann
  • Angriff: Ben Bobzien, Vincent Vermeij – rechts offen

Diese Aufstellung zeigt: Dynamo setzt auf Erfahrung in der Achse und auf Tempofußball über die Außenbahnen. Genau diese Mischung könnte in Nürnberg den Unterschied ausmachen.

Das heiße Duell: Lemmer gegen Inanoglu

Die rechte Seite ist das große Thema vor dem Auftakt. Gegen Cottbus begann Jakob Lemmer, gegen Union setzte Stamm auf Kaan Inanoglu. Inanoglu, neben Rapp der zweite Neuzugang in der Startformation, hinterließ einen engagierten Eindruck, leistete sich aber auch einige Ballverluste. Stamm bewertete: „Das war gut und engagiert. In manchen Momenten aber vielleicht – wie bei einigen anderen auch in der ersten Hälfte – etwas unglücklich, viele einfache Ballverluste. Von der Idee ist es bei ihm genau richtig, aber da müssen wir nochmal besser rauskommen aus diesen Situationen.“

Lemmer nutzte seine Einwechslung, um sich erneut zu empfehlen. „Lemmi muss ich gar nicht kitzeln, er gibt immer Vollgas“, so Stamm. „Er hat letzte Woche nicht sein bestes Spiel gehabt. Wenn man sieht, was Kaan für Scorerpunkte in der Vorbereitung hatte, dann geht es auch ums Bauchgefühl. Es ist sicher eine Position, die besonders hart umkämpft ist.“

Taktik könnte entscheiden

Die Wahl hängt womöglich vom Spielplan für Nürnberg ab. Stamm erklärte: „Kaans Vorteil: Er ist nicht nur im Flügel, sondern eher auch zentral einsetzbar. Da ist die Frage, willst du mehr Zwischenraum oder mehr Tiefe? Da ist er nicht eins zu eins der gleiche Spieler wie Lemmi.“ Inanoglu könnte demnach etwas Eingewöhnungszeit in der 2. Liga benötigen.

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Für Stamm zählt letztlich das Gesamtpaket: „Mich interessiert, welche 20 Spieler sind die Richtigen gegen Nürnberg. Die müssen wir finden, dann haben wir eine höhere Sieg-Wahrscheinlichkeit.“ Der enge Konkurrenzkampf sei gewollt: „Wir haben unter der letzten Woche für uns zusammen wieder Ziele und Werte definiert. Das wird in die Richtung gehen, nicht in Spielen 3:1 zu führen und 3:3 zu spielen.“ Damit dürften auch Joker-Rollen einen hohen Stellenwert besitzen.