Entwarnung in Sprendlingen: Der Großbrand auf einem Industriegelände in der rheinhessischen Ortsgemeinde ist gelöscht. Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen hat die Sicherheitsmaßnahmen weitestgehend aufgehoben. Nur eine Brandwache ist weiterhin vor Ort, um mögliche Glutnester zu überwachen.
Alle sechs Bewohnerinnen und Bewohner, die am Sonntagabend wegen der Flammen ihre Wohnungen und Häuser verlassen mussten, sind nach Angaben eines Sprechers der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen zurückgekehrt. Die Aufhebung der Evakuierung erfolgte demnach spätestens am Montagmorgen. Ein Ausbreiten des Feuers auf die benachbarten Wohnhäuser konnte verhindert werden.
Feuer in Kunststoffbetrieb: 250 Einsatzkräfte im Großeinsatz
Der Brand war am Sonntagnachmittag in einem Kunststoffbetrieb ausgebrochen. Aus bislang ungeklärter Ursache hatten mehrere Gebäude auf dem Betriebsgelände Feuer gefangen. Die Flammen breiteten sich rasch aus, sodass ein Großaufgebot an Rettungskräften erforderlich wurde. Laut Kreisverwaltung rückten rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsdiensten, Technischem Hilfswerk und Polizei an. Sie kamen aus mehreren Landkreisen und Gemeinden, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Besonders erschwerend wirkte sich die Hitzewelle aus. Die Löschwasserversorgung erwies sich als anspruchsvoll, da viele Hydranten nahe der Kapazitätsgrenze waren. Daher mussten die Einsatzkräfte auf alternative Wasserquellen zurückgreifen. Unter anderem pumpten sie Wasser aus dem nahegelegenen Wiesbach und dem örtlichen Freibad. Dies ermöglichte es, die Löscharbeiten kontinuierlich fortzuführen.
Bahnverkehr rollt wieder
Die Bahnstrecke im Bereich Sprendlingen, die wegen des Einsatzes vorsorglich gesperrt worden war, ist seit dem frühen Morgen wieder freigegeben. Züge können die Strecke wieder regulär befahren. Die Sperrung hatte am Sonntag zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr geführt.
Während des Einsatzes waren die Anwohnerinnen und Anwohner zunächst vor Sichtbehinderungen durch Rauch sowie vor Geruchsbelästigungen gewarnt worden. Auch nach dem offiziellen Ende des Großbrandes gelten laut Kreisverwaltung noch Hinweise für das Gemeindegebiet Sprendlingen: Es sollte auf Ruß und Verbrennungsrückstände geachtet werden, die durch den Brand in der Luft verteilt worden sein können. Eine besondere Gefahr für die Gesundheit bestehe nicht, dennoch wird empfohlen, den direkten Kontakt mit den Rückständen zu vermeiden.
Brandursache unklar – Schadenshöhe offen
Wie genau das Feuer in dem Kunststoffbetrieb entstehen konnte, ist nach wie vor unklar. Auch zur Höhe des entstandenen Sachschadens konnte die Kreisverwaltung zunächst keine Angaben machen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und wird voraussichtlich einen Sachverständigen hinzuziehen, um die genaue Brandursache zu klären. Solche Untersuchungen sind bei Großbränden mit Industriebetrieben üblich.
Der Großeinsatz in Sprendlingen verdeutlicht, welch wichtige Rolle die Wasserinfrastruktur bei der Bekämpfung von Feuer spielt. Durch die Rekordtemperaturen der vergangenen Wochen waren die Wasserreserven vielerorts knapp, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwerte. Die Koordination der verschiedenen Einsatzkräfte über Landkreisgrenzen hinweg funktionierte den Angaben zufolge jedoch reibungslos.
Mit dem Ende des Einsatzes kehrt in der Ortsgemeinde wieder Ruhe ein. Die Feuerwehr bleibt mit der Brandwache noch eine Weile vor Ort, um die Lage zu überwachen und sicherzustellen, dass keine versteckten Glutnester auflodern. Die Kreisverwaltung will außerdem prüfen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.



