Turn-EM: Frauenriege ambitioniert, Männer ohne Barren-Champion
Turn-EM: Frauenriege ambitioniert, Männer ohne Dunkel

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) hat das Frauen-Team für die Turn-Europameisterschaft in Zagreb nominiert. Angeführt wird die Riege von Doppel-Europameisterin Karina Schönmaier aus Chemnitz. Gemeinsam mit der Stuttgarterin Helen Kevric, der deutschen Mehrkampf-Meisterin Silja Stöhr aus Heddesheim sowie der Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz und Lea Marie Quaas (beide Chemnitz) soll sie an den Erfolg der vergangenen EM anknüpfen, als die deutsche Mannschaft Silber gewann. Bundestrainer Gerben Wiersma formulierte die Ziele klar: „Wir haben ein sehr starkes und vor allem erfahrenes Team, mit dem wir es auf jeden Fall ins Teamfinale schaffen wollen, um dort unter die besten fünf Teams zu kommen.“

Die Frauen-Wettkämpfe finden vom 13. bis 16. August in der kroatischen Hauptstadt statt. Dabei feiern die 18 Jahre alte Kevric und die 29-jährige Schäfer-Betz ihr internationales Comeback nach längeren Verletzungspausen. Beide sollen das Team verstärken, das in Zagreb erneut um Spitzenplätze mitkämpfen will.

Comebacks nach Verletzungspausen

Helen Kevric gilt als eines der größten Turn-Talente in Deutschland und soll dem Team mit ihrer Ausstrahlung und Sportlichkeit neue Impulse geben. Neben ihr bringt Pauline Schäfer-Betz als frühere Weltmeisterin wertvolle Erfahrung in den Wettkampf. Der DTB setzt darauf, dass beide nach ihren Verletzungen schnell zu alter Stärke zurückfinden. Die zuletzt gezeigten Leistungen bei den deutschen Meisterschaften stimmen den Verband offenbar zuversichtlich. Kevric, die erst 18 Jahre alt ist, könnte bei ihrer ersten großen internationalen Meisterschaft nach langer Pause eine Überraschung werden.

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Die Mischung im Team aus erfahrenen Turnerinnen wie Schönmaier, die bereits zwei EM-Titel gewonnen hat, und jungen Athletinnen wie Kevric soll für die nötige Stabilität sorgen. Die deutsche Riege hat bei der vorigen EM Silber gewonnen und will in Zagreb den Beweis antreten, dass dieser Erfolg keine Eintagsfliege war. Der Wettkampf beginnt am 13. August mit der Qualifikation, das Teamfinale ist einen Tag später angesetzt – genauso wie die Einzelfinals am Wochenende.

Männer ohne Barren-Titelverteidiger Nils Dunkel

Weniger gute Nachrichten gibt es beim Männer-Team. Barren-Europameister Nils Dunkel hat seinen Start bei der EM abgesagt. Wegen einer Handverletzung kann der 29-Jährige aus Halle/Saale seinen Titel bei der Männer-EM vom 19. bis 23. August nicht verteidigen. Wie der DTB mitteilte, macht dem Turner eine Entzündung in der rechten Hand zu schaffen. Schon bei den deutschen Meisterschaften in Hannover war Dunkel nur an wenigen Geräten angetreten und wurde Dritter am Sprung.

„Die EM abzusagen war definitiv keine leichte Entscheidung. Im Hinblick auf die WM im Oktober ist es jedoch wichtiger, es jetzt auszukurieren und auf die EM zu verzichten“, wird Dunkel zitiert. Der Hallenser nimmt damit die Weltmeisterschaften ins Visier, die vom 17. bis 25. Oktober in Rotterdam stattfinden. Für die deutsche Männer-Mannschaft ist der Ausfall ein herber Schlag, denn Dunkel war in der Barren-Konkurrenz als Medaillenkandidat eingeplant.

Das Männer-Aufgebot für den Team-Wettkampf

Für den Team-Wettkampf hat Bundestrainer Jens Milbradt den deutschen Mehrkampf-Meister Radomyr Stelmakh (Cottbus) sowie Alexander Kunz (Pfuhl), Timo Eder (Ludwigsburg), Gabriel Eichhorn (Stuttgart) und Lucas Kochan (Cottbus) nominiert. Als Einzelstarter an den Ringen komplettiert Artur Sahakyan (Bochum) das DTB-Aufgebot. Die Mannschaft muss ohne ihren stärksten Geräte-Turner auskommen und wird versuchen, über den Teambewerb zu überzeugen.

WM in Rotterdam als großes Ziel

Die EM in Zagreb ist für die deutschen Turnerinnen und Turner zugleich ein wichtiger Test auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Rotterdam. Während die Frauen ihre ambitionierten Ziele im Teamfinale verfolgen, wollen die Männer ohne ihren Titelverteidiger die Mannschaftsleistung in den Vordergrund stellen. Angesichts der Verletzung von Dunkel gilt es, die verbleibenden Athleten in den Fokus zu rücken und sich für die WM zu empfehlen. Der DTB hofft, dass die Comebackerinnen und die neuen Kräfte im Herbst in den Niederlanden in Bestform antreten können.

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Die kontinentalen Titelkämpfe in Zagreb sind in zwei Blöcke geteilt: Zunächst turnen die Frauen vom 13. bis 16. August, danach sind die Männer vom 19. bis 23. August an der Reihe. Für alle Athletinnen und Athleten geht es darum, sich in Form zu bringen und internationale Wettkampfpraxis zu sammeln. Die Ergebnisse in Kroatien dürften auch für die Nominierung der WM-Teams von Bedeutung sein.