Es waren intensive neun Jahre für Justin Schau. Beim FC Carl Zeiss Jena reifte er zum Drittligaspieler (50 Einsätze) und hielt dem Verein auch nach dem Abstieg die Treue. Die Fans dankten es ihm nach dem 1:0-Sieg im Thüringenpokal mit einem emotionalen Abschied: Standing Ovations bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss, dazu laute Sprechchöre. Dem Defensivmann schossen dabei die Tränen in die Augen.
Karriereende mit 27 Jahren
Das Karriereende kam plötzlich und für viele überraschend. Mit gerade einmal 27 Jahren zwingt ihn sein Körper zum Aufhören. Entsprechend emotional verlief sein letzter Auftritt. Schau sagt: „Ich habe versucht, beim letzten Spiel alles aufzusaugen. Zum Glück war es ein Heimspiel, und der Titelgewinn am Ende ist nicht selbstverständlich. Jetzt ist es vorbei.“
Rückkehr nach Dresden
Die Entscheidung für die Zukunft ist dagegen längst gefallen: Es geht zurück nach Dresden, wo auch Freundin Anna-Michelle herkommt. Wie es beruflich weitergeht, weiß Schau selbst noch nicht genau. „Jetzt ist auch sie einfach mal dran. Fußballerfrauen müssen zeitlich oft zurückstecken. Durch ihre Selbstständigkeit war sie ständig auf der Autobahn Richtung Dresden unterwegs. Für mich war es die schwierigste Entscheidung meines Lebens – und die habe ich alleine getroffen.“
Zukunft jenseits des Profifußballs
Einen Trainerschein hat Schau bereits in der Tasche, trotzdem will er sich zunächst außerhalb des Fußballs orientieren. „Ich werde den Trainerschein auch nutzen. Jetzt mache ich in den nächsten ein bis zwei Monaten erstmal mein Studium fertig, mit dem ich später beruflich etwas anfangen möchte.“ Das Studium der Kindheitspädagogik absolviert er aus der Ferne.
Weiterhin im Amateurbereich aktiv
Ganz ohne Fußball soll es aber nicht gehen. Im Amateurbereich möchte der Ex-Profi weiterkicken. Wo genau, ist noch offen. „Ich konzentriere mich jetzt erstmal darauf, dass ich ab dem 1. Juli Arbeit habe und Geld verdiene. Fußball läuft erstmal nur nebenbei – auch als Trainer.“
In vier Wochen ist Schau offiziell arbeitslos. Ein Thema, über das er offen spricht: „Arbeitslosengeld war kein Thema, weil ich dem Verein nicht zumuten wollte, mich zu kündigen. Ich gehe das Risiko bewusst ein und suche mir selbst etwas.“



