WM-Spektakel: England besiegt Frankreich 6:4 im Spiel um Platz drei
England schlägt Frankreich 6:4 im WM-Spektakel

England hat sich in einem spektakulären Zehn-Tore-Spiel den dritten Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft gesichert. Das Team von Trainer Thomas Tuchel besiegte Frankreich am Samstag in Miami mit 6:4. Die internationale Presse feiert das Duell als eines der unterhaltsamsten Spiele des Turniers, während in England auch die Pfiffe gegen Tuchel thematisiert werden.

Englische Presse schwärmt von Offensivspektakel

Die britische „Daily Mail“ bezeichnete die Partie als „Zehn-Tore-Spektakel“ und betonte, dass Jude Bellingham in den letzten Sekunden den Siegtreffer erzielte. „Solche Spiele werden wir wohl nicht mehr oft sehen. Das war das Niveau eines Wohltätigkeitsspiels. Soccer Aid. Baller League. Kein richtiger Fußball. Es wurde zwar durch einige desaströse Abwehrleistungen begünstigt, aber das Angriffsspiel war umso brillanter“, schrieb die Zeitung.

Der „Guardian“ hob hervor, dass das bedeutungslose Spiel zu den Höhepunkten des Turniers zählte. „Es endete mit einer herzlichen Umarmung zwischen Thomas Tuchel und Didier Deschamps. Das war wirklich fantastisch“, hieß es. Die „Times“ konstatierte, dass die Art und Weise des Sieges den bitteren Nachgeschmack der Halbfinalniederlage etwas abmildere. Der „Daily Star“ berichtete von wütenden englischen Fans, die Tuchel vor dem Anpfiff ausgebuht hatten, weil seine Mannschaft gegen Argentinien in der Schlussphase versagt hatte. „Nachdem England im Halbfinale in den letzten 30 Minuten keine einzige Torchance herausgespielt hatte, entschied Tuchel, den Anker zu liften, und England überrollte ein lustloses Frankreich“, so das Blatt.

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Frankreich erlebt Titanic-artigen Schiffbruch

Die französische Sportzeitung „L'Équipe“ titelte: „Zum Abschluss ein Feuerwerk. Was als Hommage an Didier Deschamps nach 14 Jahren im Amt gedacht war, entwickelte sich zu einem der verrücktesten Spiele seiner Amtszeit. In seinem 185. und letzten Spiel als Trainer der französischen Nationalmannschaft erlebte er die mit Abstand schlechteste Halbzeit seiner Karriere.“ Noch drastischer formulierte es „RMC Sport“: „Ein Schiffbruch wie die Titanic. Die französische Mannschaft geht im Spiel um Platz drei gegen England unter. In Didier Deschamps' letztem Spiel nach 14 Jahren zeigten Les Bleus nichts, sodass die Partie bereits zur Halbzeit mit dem deutlichen 0:4 entschieden war.“

Italienische und spanische Medien feiern Unterhaltungswert

Die italienische „Gazzetta dello Sport“ sprach von einer „unglaublichen Vorstellung in Miami in einem Spiel, das niemand sehen wollte. Sakas Hattrick besiegelte den Sieg. Didier Deschamps' Abschied war alles andere als würdig.“ Der „Corriere della Sera“ verglich das Spiel mit einem Flipper-Automaten: „Nach der ersten Halbzeit führte England 4:0 gegen ein blamables Frankreich, das durchaus fünf oder sechs Gegentreffer hätte kassieren können.“ Der „Corriere dello Sport“ betonte die historische Dimension: „Zehn Tore, ein Spiel, das in die Geschichte eingehen wird - nicht nur, weil Mbappé damit mit 22 Toren die ewige Rangliste anführt. Sondern weil es uns daran erinnert, dass Fußball letztendlich der schönste Sport der Welt war und ist.“

In Spanien fragte die „Marca“ rhetorisch: „Wer behauptet, das Spiel um Platz drei sei sinnlos? Frankreich und England lieferten uns womöglich das unterhaltsamste Spiel der Weltmeisterschaft.“ Die „As“ ergänzte: „Der Druck war weg und das merkte man, als die beiden Mannschaften uns in einem Spiel, das sich wie ein Freundschaftsspiel anfühlte, in Miami zehn Tore lieferten.“

Internationale Stimmen zum Spiel

Der Schweizer „Blick“ fasste zusammen: „England holt Bronze - und Mbappé den Goldenen Schuh? Auf Verteidigen hat im Spiel um Platz drei niemand Bock. England holt sich in einem Torspektakel WM-Bronze.“ Der US-amerikanische Sender „ESPN“ bezeichnete die Partie als „sofortigen WM-Klassiker“, während „The Athletic“ urteilte: „Der kurioseste Anlass dieser Weltmeisterschaft brachte das chaotischste und atemberaubendste Spiel dieses Turniers hervor.“

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