Marie-Louise Eta: Union-Frauen peilen Top fünf in der Bundesliga an
Eta: Union-Frauen peilen Top fünf in der Bundesliga an

Marie-Louise Eta hat ihr Amt als Cheftrainerin der Frauenfußballmannschaft des 1. FC Union Berlin angetreten – ohne den großen Medienrummel, der sie im April umgab, als sie als erste Frau interimistisch ein Männer-Profiteam in der Bundesliga übernahm. In Neuruppin, wo sich die Union-Frauen auf die neue Saison vorbereiten, steht der Fußball im Mittelpunkt. Die 35-Jährige will die Köpenickerinnen in die Spitzengruppe der Liga führen.

Ambitionierte Ziele für die neue Saison

Union hat für die Spielzeit 2024/25 offiziell einen Platz unter den Top fünf als Ziel ausgegeben. Das ist für den Verein eine ungewohnt offensive Ansage, aber nicht unrealistisch. In der vergangenen Saison belegte das Team in seiner Premierensaison Rang neun, zeigte aber besonders in der Rückrunde aufsteigende Form – ausgebremst nur von zahlreichen Verletzungen. Sportdirektorin Jennifer Zietz betonte: „Wie sie mit den Spielerinnen umgeht, ist sehr professionell, sehr qualitativ. Man merkt, dass auch die eine oder andere Spielerin voller Vorfreude war, mit so einer Trainerin zu arbeiten.“

Etas Werdegang und Erfolg bei den Männern

Eta war bereits in mehreren DFB-Nachwuchsteams als Co-Trainerin tätig, bevor sie im Frühjahr 2023 ihre Pro-Lizenz erhielt. Im Sommer wechselte sie in das Nachwuchsleistungszentrum von Union, wo sie zunächst an der Seite von Marco Grote die A-Junioren betreute. Als das Männerteam im Abstiegskampf steckte, übernahm sie interimsweise für die letzten fünf Spiele – und feierte durchschlagenden Erfolg: Mit mutigem Offensivfußball und taktischen Verbesserungen holte sie sieben Punkte. Im ersten Spiel unter ihrer Leitung verzeichnete Union so viele Schüsse wie nie zuvor.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kaderverstärkungen und große Ambitionen

Um die Top fünf zu erreichen, hat Union kräftig aufgerüstet. Nach 15 Neuzugängen in der Vorsaison kamen nun sieben weitere externe Transfers hinzu. Darunter sind Nationalspielerinnen wie Lisanne Gräwe und Jella Veit (beide von Eintracht Frankfurt) sowie Jill Janssens (TSG Hoffenheim) und Leela Egli (SC Freiburg), die bereits für Belgien und die Schweiz spielten. Der Kader umfasst nun 33 Spielerinnen – der größte der Liga, gleichauf mit dem 1. FC Köln. Eta, bekannt für klare Kommunikation und empathischen Umgang, steht vor der Aufgabe, diesen großen Kader zu managen. In den bisherigen drei Testspielen (6:2 gegen Turbine Potsdam, 0:0 gegen Sparta Prag und Carl Zeiss Jena) wechselte sie bereits durch und ließ allen Spielerinnen Einsatzzeit.

Spielphilosophie und Vorbereitung

Etas offensiver Ansatz mit hohem Pressing und schnellen vertikalen Pässen war in den Tests bereits erkennbar. „Im Trainingslager wollen wir Schwerpunkte auf das Spiel mit dem Ball bei hohem Pressing legen, auf das Spiel im letzten Drittel und natürlich auf unser Defensivspiel“, sagte Eta. Die Saison beginnt am 21. August mit einem Heimspiel gegen Serienmeister FC Bayern München im Stadion An der Alten Försterei. Der Rummel um ihre Person ist vorerst verflogen – und das dürfte Eta gelegen kommen, um sich ganz auf den Fußball zu konzentrieren.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration