Der FC Bayern München setzt in der Führungsetage offenbar auf Kontinuität: Sportvorstand Max Eberl und Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen sollen zügig ihre Verträge verlängern. Das bestätigte Vereinspräsident Herbert Hainer nun auf der Vorbereitungstour in Südkorea. Demnach dürfte der Aufsichtsrat bereits in seiner Sitzung Ende August über die Zukunft beider Spitzenfunktionäre entscheiden.
Hainer: Großes Vertrauen in beiden Führungskräfte
Herbert Hainer zeigte sich im Rahmen der Asien-Reise ausgesprochen zufrieden mit der Arbeit des Sportvorstands. „Ich bin überzeugt davon, der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit eine gute Entscheidung treffen“, sagte der Vereinspräsident. Dieselbe Einschätzung gelte ausdrücklich auch für Dreesen: „Dessen Vertragsverlängerung steht an, und mit dessen Arbeit sind wir genauso zufrieden.“ Hainer stellte damit klar, dass der Münchner Vorstandsvorsitzende auf volle Unterstützung der Klubführung zählen kann.
Dreesen und Eberl: Verträge bis 2027, Zukunft offen
Jan-Christian Dreesen hatte den Vorstandsvorsitz im Jahr 2023 übernommen, sein Vertrag läuft wie der von Eberl noch bis Sommer 2027. Während über Dreesens Verbleib bislang hinter vorgehaltener Hand spekuliert wurde, hatte Ehrenpräsident Uli Hoeneß die Chancen für eine Eberl-Verlängerung zuletzt mit „100 Prozent“ beziffert. Im Mai hatte Hoeneß im „Spiegel“-Interview die Wahrscheinlichkeit noch bei „60:40“ gesehen. Diese nun deutlich optimistischere Einschätzung sorgte in der Klubführung für Aufsehen.
Eberl zeigt sich offen für Gespräche
Max Eberl selbst reagierte erfreut auf die lobenden Worte des Ehrenpräsidenten: „Die Worte von Uli Hoeneß haben mich natürlich sehr gefreut, da mache ich auch kein Hehl draus. Man hört lieber Lob, als dass man sagt, es wird irgendwas kritisch. Aber ich versuche einfach den Job zu machen“, sagte der 52-Jährige. Zugleich deutete er Verhandlungsbereitschaft an: „Wenn man weitermachen möchte, glaube ich, das habe ich schon mal gesagt, dann bin ich bereit zu reden.“ Eberl war zum 1. März 2024 als Nachfolger von Hasan Salihamidzic nach München gekommen und hat seitdem das sportliche Profil des Kaders neu ausgerichtet.
Transferbilanz: Mehr als zehn Abgänge und über 40 Millionen Euro
Ein zentraler Grund für das Vertrauen in Eberls Arbeit dürfte die abgelaufene Transferperiode sein. Wie Hainer ausführte, sind die gesuchten Positionen mit den Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown besetzt worden. Zugleich habe der Klub „mehr als zehn Spieler verkauft, mittlerweile über 40 Millionen Euro eingenommen“. Das sei auch eine Forderung des Aufsichtsrats gewesen: „Dass eben Geld auch eingespielt werden muss.“ Diese Bilanz untermauert Eberls Position im Machtgefüge des Rekordmeisters.
Ende August: Aufsichtsratssitzung als Richtungsentscheidung
Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der FC Bayern in der kommenden Woche einen Schlussstrich unter die Personaldebatte zieht. In der Aufsichtsratssitzung Ende August soll nicht nur über eine Verlängerung des bis 2027 laufenden Eberl-Vertrages entschieden werden. Auch über den Namen Dreesen wird dann offiziell gesprochen. Sollten beide Verlängerungen wie erwartet über die Bühne gehen, wäre die Münchner Führungsetage für die kommenden Jahre personell aufgestellt – ein klares Signal an die Konkurrenz in der Bundesliga und Europa.



