Die Zeichen beim FC Bayern München stehen weiterhin eindeutig auf Fortsetzung mit Sportvorstand Max Eberl. Während der 52-Jährige am Montag entspannt das öffentliche Fußballtraining der Mannschaft im WM-Stadion von 2002 verfolgte – das dritte Testspiel gegen Jeju SK steht am Dienstag um 13.00 Uhr MESZ auf dem Programm –, mehrten sich die positiven Signale aus der Klubführung. Nach den wohlwollenden Worten von Ehrenpräsident Uli Hoeneß und Präsident Herbert Hainer kam nun auch ausdrückliche Unterstützung von Trainer Vincent Kompany hinzu, der Eberls Kurs im Umgang mit drei Verkaufskandidaten lobte.
Was Hoeneß und Hainer über Eberl sagen
Es war Hoeneß, der wenige Tage zuvor am Tegernsee mit seiner Aussage für Aufsehen gesorgt hatte. Auf die Frage nach der Tendenz zur Verlängerung des bis Sommer 2027 laufenden Vertrags von Eberl antwortete der 72-Jährige: „Im Moment, glaub' ich, hundert Prozent.“ Zudem adelte er die Transferarbeit des Sportvorstands als „perfekte Transferperiode“.
Präsident Herbert Hainer schloss sich diesen Worten am Rande der Trainingseinheit an, wenngleich er sich diplomatischer ausdrückte. „Ich gehe mal davon aus, dass Uli das so gemeint hat, dass wir mit der momentanen Transferperiode sehr zufrieden sind“, sagte der 72-Jährige. Bei der Frage der Vertragsverlängerung verwies Hainer betont auf die Zuständigkeit des Aufsichtsrats: „Ich bin überzeugt davon, der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit eine gute Entscheidung treffen. Ich darf noch dazu sagen, dasselbe gilt im Übrigen auch für Jan-Christian Dreesen, dessen Vertragsverlängerung ansteht und mit dessen Arbeit wir genauso zufrieden sind.“ Auch der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden läuft bis Sommer 2027.
Eberls Reaktion auf das Lob
Eberl selbst zeigte sich angetan von den freundlichen Worten aus der Chefetage. „Natürlich haben mich die Worte am Donnerstag sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl draus. Man hört lieber Lob“, sagte der Sportvorstand. Doch er weiß um die finale Entscheidung: „Ich versuche meinen Job zu machen bei Bayern München, versuche die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin. Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden.“
Bereits im Vorfeld hatte Eberl klargestellt, dass er zu Gesprächen bereit ist: „Wenn man weitermachen möchte, bin ich bereit zu reden.“ Der 52-Jährige ist seit März 2024 im Amt. In diesem Jahr soll im Aufsichtsgremium die Entscheidung über die künftige Führungsstruktur fallen. Spekulationen über einen Termin im August kursieren, doch vieles deutet auf eine Entscheidung im November hin. Eberl bleibt gelassen und nutzt das Motto, das Kompany oft verwendet: „Wie sagt man? Don't believe the hype, don't believe the drama. Ich mache meinen Job.“
Transferbilanz mit stattlichen Einnahmen
Der Blick auf die laufende Transferperiode stimmt die Bayern-Verantwortlichen positiv. Für die beiden Neuzugänge Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt und Ismael Saibari von der PSV Eindhoven wurden jeweils rund 50 Millionen Euro Ablöse investiert. Beide gelten als große Talente – Brown ist deutscher Nationalspieler, Saibari nahm mit Marokko an der WM teil.
Auf der Verkaufsseite hat der Rekordmeister bereits über 30 Millionen Euro eingenommen, vor allem durch Abgaben von Spielern aus der zweiten Reihe. Eberl sprach von „stattlichen Einnahmen“ und einer Mannschaft, „bei der man eine Perspektive und Fantasie hat“. Zusammen mit Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Kompany sei man „sehr, sehr glücklich“ mit dem aktuellen Kaderzustand.
Die drei Verkaufskandidaten und Kompanys Haltung
Noch offen ist die Zukunft der drei Leihrückkehrer João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza. Palhinha und Boey besitzen Verträge bis 2028, Zaragoza bis 2029. Der Verein würde die drei nicht mehr eingeplanten Profis gerne abgeben – sowohl um Ablösesummen für weitere Personalien zu generieren als auch um die Gehaltsliste zu entlasten. Die drei Spieler waren in der Summe für knapp unter 90 Millionen Euro nach München gekommen.
Trainer Vincent Kompany unterstützt Eberls klare Kommunikation in diesem Prozess ausdrücklich. „Ich finde, es ist positiv, dass der Verein mit den Spielern klar kommuniziert. Ich als Spieler hätte das damals auch gewollt. Der Club hat ein klares Statement abgegeben, da sind wir auf einer gemeinsamen Linie“, sagte der Coach bei seiner ersten Pressekonferenz in der Vorbereitung. Gleichzeitig betonte er den respektvollen Umgang mit dem Trio: „Am wichtigsten ist, dass wir sie mit Respekt behandeln. Wir arbeiten mit ihnen daher selbstverständlich normal weiter. Bis das Transferfenster geschlossen ist, gibt es eine klare Position – und danach müssen wir wie überall im Leben weitersehen. Aber mein Job ist es, das Team zu trainieren und das Team so gut wie möglich vorzubereiten auf die Saison.“
Warten auf Bewegung Ende August
Eberl hofft, dass sich der Transfermarkt im Laufe des Augusts noch einmal spürbar belebt. „Wenn die Clubs Ende August auf ihre Kader schauen, dann könnte das nochmal für Umbesetzungen im Team sorgen“, erklärte der Sportvorstand und verwies auf die Notwendigkeit, auf diese Entwicklungen zu warten. Ein guter Verkauf für eines der drei Leihrückkehrer würde nicht nur die Einnahmen weiter steigern, sondern auch Eberls Ansehen in der Klubführung zusätzlich festigen.



