Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern München, hat erleichtert auf das Scheitern des umstrittenen FIFA-Deals reagiert. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, zeigte sich der 70-Jährige in einer internen Runde zufrieden und erklärte, die „aberwitzige Idee“ sei nun endgültig vom Tisch. Der geplante Vertrag zwischen dem Fußball-Weltverband und einer internationalen Investorengruppe wäre für den europäischen Spitzenfußball eine dramatische Zäsur gewesen.
Ein Deal, der Spaltung drohte
Laut dem Bericht hatten die FIFA-Funktionäre um Präsident Gianni Infantino zuletzt intensiv an einem milliardenschweren Paket gearbeitet. Vorgesehen war ein neuartiges Turnierformat für den Klub-Weltpokal, das mit privaten Investoren verwirklicht werden sollte. Die Geldgeber hätten im Gegenzug erhebliche Einflussmöglichkeiten und langfristige Vermarktungsrechte erhalten. Diese Konstruktion stieß jedoch auf massiven Widerstand – insbesondere aus Europa.
Der FC Bayern gehörte zu den lautstärksten Kritikern. Hainer hatte bereits im Vorfeld mehrfach vor einer Aushöhlung des Wettbewerbskalenders gewarnt. „Die Belastung der Spieler ist längst an der Grenze“, sagte er in internen Gesprächen. Ein zusätzliches Turnier, noch dazu in einem aufgeblähten Format, hätte die ohnehin angespannte Terminplanung vollends gesprengt. Nun ist die Gefahr vorerst gebannt – der Deal sei, so Hainer, nicht zustande gekommen.
Hainer: „Vernunft hat gesiegt“
Der Bayern-Präsident wertete das Scheitern als Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen der europäischen Klubs. Insbesondere der Zusammenschluss der großen Traditionsvereine in der European Club Association (ECA) habe dazu beigetragen, dass sich die Interessen der Spieler und Vereine gegenüber den finanzstarken Investoren durchsetzen konnten. „Die Vernunft hat gesiegt“, wird Hainer in Kreisen der Vereinsführung zitiert. Man habe geschlossen agiert und keine spalterischen Angebote akzeptiert.
Aus Sicht von Hainer wäre der FIFA-Deal nicht nur sportlich verheerend gewesen, sondern hätte auch die wirtschaftliche Balance im Fußball nachhaltig gestört. Die geplante Einbindung privater Gelder hätte eine nicht mehr kontrollierbare Abhängigkeit geschaffen. Zudem wären die nationalen Ligen massiv abgewertet worden. Gerade die Bundesliga mit ihrer langen Saison hätte unter den Folgen gelitten.
Wie es nun weitergeht
Die Absage des Deals hinterlässt allerdings auch Fragezeichen. FIFA-Präsident Infantino steht unter Druck, neue Einnahmequellen zu erschließen. Für die Zukunft ist daher mit weiteren Vorschlägen zu rechnen, die allerdings die Zustimmung der europäischen Verbände und Ligen benötigen. Der FC Bayern und andere Top-Klubs fordern nun, dass der Kalender langfristig entlastet wird. Hainer betonte, man werde weiterhin wachsam bleiben und sich gegen jede Form von „Fußball-Entfremdung“ durch reine Kommerzialisierung zur Wehr setzen.
Bislang haben weder die FIFA noch die beteiligten Investoren offiziell Stellung genommen. Nach Informationen der Augsburger Allgemeinen war das Projekt an fehlenden Zusagen europäischer Spitzenklubs gescheitert. Auch der europäische Dachverband UEFA hatte sich gegen den Plan ausgesprochen. Damit bleibt der internationale Fußball vorerst bei den etablierten Wettbewerben – sehr zur Freude von Herbert Hainer und vielen Anhängern des FC Bayern.



