WM-Finale: Argentiniens „Flaco“ López als einziger fairer Spieler gefeiert
„Flaco“ López: einziger fairer Argentinier im WM-Finale

José Manuel López, genannt „Flaco“, war bei der Fußball-WM 2026 nur ein Nebendarsteller: Insgesamt stand der Stürmer nur 16 Minuten für Argentinien auf dem Feld, im Finale gegen Spanien kam er gar nicht zum Einsatz. Doch nach dem von Lionel Messi und seinen Teamkollegen über weite Strecken unsportlich geführten Endspiel, das Argentinien mit 0:1 nach Verlängerung verlor, ist der 25-Jährige der einzige Argentinier, den man in Spanien in guter Erinnerung behält. „Flaco“ wird als überraschender Held in einem schurkischen Team gefeiert.

Respektvolle Geste während der Siegerehrung

Während sich der argentinische Kader bei der Siegerehrung fast geschlossen mit dem Rücken zum Geschehen postierte, war López der einzige Profi, der zuschaute, als Spaniens Kapitän Rodri den WM-Pokal überreicht bekam und ihn in die Höhe riss. Messi und die anderen Spieler, die sich während des Spiels und unmittelbar nach dem Abpfiff danebenbenommen hatten, applaudierten stattdessen in Richtung eines mit argentinischen Fans besetzten Blocks. Die Szene wurde in der Fernsehübertragung und auf zahlreichen Fotos festgehalten und verbreitete sich schnell in den sozialen Netzwerken. Viele Fans lobten die respektvolle Haltung des Palmeiras-Spielers: „Herzlichen Glückwunsch und ein großes Lob für deine Fairness!“, „Mein Respekt, Bescheidenheit ist der beste Weg, Arroganz zu vermeiden!“, „Du warst der Einzige, der Reife und Respekt vor dem Sport bewiesen hat!“ und „Du repräsentierst die guten Menschen Argentiniens!“ hieß es.

Zurückhaltung statt Aufmerksamkeitssuche

Der in Europa weitgehend unbekannte Stürmer, der seit vier Jahren in Brasilien bei Palmeiras spielt, machte keine übertriebenen Gesten und suchte nicht die Aufmerksamkeit. Er verfolgte die Zeremonie einfach aufmerksam, während Rodri den Pokal in die Höhe reckte.

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Unsportliches Verhalten während des Spiels

Schon während des Spiels hatten sich die Argentinier, die als Titelverteidiger ins Duell mit dem Europameister gegangen waren, von ihrer schlechten Seite gezeigt. Zahlreiche Fouls und Unsauberkeiten, ständige Rudelbildungen und eine Gelb-Rote Karte für Stürmer Enzo Fernandez prägten die reguläre Spielzeit. Messi und seine Kollegen brachten keinen einzigen Torschuss zustande. Auch Messi selbst machte Ärger: Der mehrfache Weltfußballer versuchte plump, einen Platzverweis für Gegenspieler Marc Cucurella zu erzwingen. Ansonsten war er kaum zu sehen.

Kritik von Lothar Matthäus

Deutschlands Rekord-Weltmeister Lothar Matthäus zeigte sich entsetzt vom Verhalten der Argentinier nach der verdienten Niederlage. „Da muss ich sagen, auch Kapitän Messi ist da nicht vorbildlich vorangegangen, und das hat mir ein bisschen leidgetan, weil die Spanier hätten es wirklich verdient, den Respekt von einer Mannschaft zu bekommen, die gestern weit von der Qualität der Spanier entfernt war“, sagte der Weltmeister von 1990 in seinem Format „Lothar legt los“. „Also ich als großer Fan von Argentinien war gestern nicht nur sportlich enttäuscht, sondern vor allem über ihr Verhalten.“

Gewaltausbruch nach dem Abpfiff

Nach dem Abpfiff kam es zu einem Gewaltausbruch der enttäuschten Argentinier. Zunächst versetzte Nahuel Molina dem jubelnden spanischen Kapitän Rodri einen Schlag gegen die Brust. Im Anschluss drehte Leandro Paredes durch und ging Spaniens Eric Garcia an die Kehle, ehe er im Verbund mit Thiago Almada den spanischen Jungstar Gavi zu Boden rang. Argentiniens Ersatztorwart Geronimo Rulli verpasste Garcia einen Bodycheck, und Co-Trainer Roberto Ayala soll Dani Olmo geschlagen haben. Die Vorfälle werden von der FIFA untersucht und dürften für zahlreiche Beteiligte ein Nachspiel haben.

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