Bei der laufenden Weltmeisterschaft stehen mindestens drei Spieler unter dem Verdacht der Vergewaltigung. Die Fußballbranche reagiert darauf mit eisigem Schweigen. Ein Kommentar von Annika Schultz fordert ein Ende dieser Kultur des Wegschauens und appelliert an die Verantwortlichen, endlich Haltung zu zeigen.
Drei Spieler unter Verdacht
Konkret geht es um mindestens drei Nationalspieler, gegen die wegen Vergewaltigung ermittelt wird. Einer von ihnen ist Marokkos Kapitän Achraf Hakimi. Die Vorwürfe wiegen schwer, doch der Fußball schweigt. Weder der Weltverband FIFA noch die beteiligten Nationalverbände haben sich bislang klar positioniert. Stattdessen wird der Fall totgeschwiegen.
Dröhnendes Schweigen statt klarer Kante
Annika Schultz kritisiert in ihrem Kommentar, dass die Fußballbranche sich wegducke. „Der Fußball schweigt, und zwar dröhnend“, schreibt sie. Dabei wäre es dringend nötig, ein Zeichen zu setzen. Die Spieler genießen weiterhin öffentliche Aufmerksamkeit und spielen sogar bei der WM mit. Schultz fordert: „Die Branche sollte endlich Haltung zeigen.“
Kultur des Wegschauens beenden
Die Kommentatorin sieht ein strukturelles Problem: „Privatsache Vergewaltigung – Schluss mit der Kultur des Wegschauens.“ Es dürfe nicht sein, dass schwere Vorwürfe einfach ignoriert werden, nur weil es um prominente Sportler geht. Die Fußballwelt müsse Verantwortung übernehmen und klare Regeln aufstellen. Dazu gehöre auch, dass Spieler bei laufenden Ermittlungen nicht einfach weiterspielen dürften.
Appell an Verbände und Vereine
Schultz richtet ihren Appell an die Verbände und Vereine: Sie müssten ihre Vorbildfunktion ernst nehmen. Schweigen sei keine Option. „Es geht um Glaubwürdigkeit und um die Botschaft, dass Gewalt gegen Frauen nicht toleriert wird“, betont sie. Die WM biete die Chance, ein starkes Signal zu senden – doch bislang bleibe diese Chance ungenutzt.



