Gavi spricht sich gegen Sperren aus
Nach den tumultartigen Szenen im Anschluss an das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien hat Spaniens Mittelfeldstar Gavi eine überraschende Forderung gestellt. Der 21-Jährige plädiert dafür, die beteiligten argentinischen Spieler nicht zu sperren. „Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie gesperrt werden sollten“, sagte Gavi nach der Rückkehr nach Spanien zu Reportern. „Mir ist klar, dass das kein gutes Vorbild für die Kinder ist, aber es gibt auch diese Seite des Fußballs, die etwas gewalttätiger ist.“
Die Vorfälle im WM-Finale
Das Endspiel, das Spanien mit 1:0 nach Verlängerung für sich entschied, hatte ein unwürdiges Nachspiel. Nach dem Schlusspfiff kam es zu Schlägen und Rangeleien zwischen Spielern beider Teams. Auslöser war ein Angriff des argentinischen Verteidigers Nahuel Molina auf Spaniens Kapitän Rodri. In der Folge packte Argentiniens Mittelfeldspieler Leandro Paredes Spaniens Eric García am Hals. Gavi eilte zur Hilfe, wurde jedoch von Paredes zu Boden gestoßen. Argentiniens Ersatztorwart Geronimo Rulli verpasste García einen Bodycheck, und Co-Trainer Roberto Ayala soll Dani Olmo geschlagen haben.
FIFA leitet Untersuchung ein
Die FIFA hat eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet. Sperren für die beteiligten Spieler und Funktionäre gelten als wahrscheinlich. Gavi hingegen wünscht sich Milde: „Es wäre vielleicht am logischsten gewesen, ihn (Paredes) während des Spiels vom Platz zu stellen und es dabei zu belassen, aber wie gesagt, letztendlich denke ich, dass das alles zum Fußball gehört und dass es einfach so sein muss.“
Hamann fordert harte Strafen
Eine gegensätzliche Position vertritt der deutsche Vize-Weltmeister Dietmar Hamann. Er forderte gegenüber Sky klare Konsequenzen: „Die musst du sechs oder zwölf Monate aus dem Verkehr ziehen. Da gibt es für mich auch keine Diskussionen, ich würde die beiden ein Jahr sperren und dann sollen sie selbst überlegen, ob sie noch einmal zurückkommen. So etwas geht nicht.“
Argentinien bereits während des Spiels auffällig
Schon während der regulären Spielzeit hatten sich die Argentinier von ihrer schlechten Seite gezeigt. Zahlreiche Fouls, ständige Rudelbildungen und eine Gelb-Rote Karte für Stürmer Enzo Fernandez prägten das Auftreten der Albiceleste. Die Mannschaft um Lionel Messi brachte keinen einzigen Torschuss zustande und verlor letztlich verdient gegen den Europameister Spanien.



