Sechs Gegentore in zwei Testspielen gegen höherklassige Gegner, dazu ein Gegentor gegen einen Oberligisten – das klingt nach Abwehrproblemen beim F.C. Hansa Rostock. Doch Trainer Daniel Brinkmann sieht das anders: Die Basis stimmt, die Startelf in der Defensive zeichnet sich ab. Vor allem ein Profi drängt sich auf, während zwei gestandene Kräfte um ihren Platz bangen müssen.
Starke erste Halbzeit gegen Gladbach
Beim letzten Härtetest vor dem Drittliga-Start zeigte Hansa gegen Borussia Mönchengladbach eine überzeugende erste Halbzeit. Bis zur Pause stand es 0:0, die Rostocker standen kompakt und ließen dem Bundesligisten kaum Räume. Verteidiger Florian Bohnert erklärte: „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir das sehr gut gelöst, haben Gladbach auch nicht viel Raum zur Entfaltung gelassen. Wir standen kompakt, standen eng im Zentrum.“
Erst nach dem Seitenwechsel drehte Gladbach auf. Hansa verlor die Ordnung, die Fohlen nutzten die Fehler eiskalt aus. Am Ende hieß es 1:3 aus Sicht der Ostseestädter. Die Erkenntnis: 45 starke Minuten reichen nicht, um gegen höherklassige Teams zu bestehen. Vor dem Ligaauftakt bei der TSG Hoffenheim II am Sonntag (13.30 Uhr) muss die Mannschaft über die volle Distanz stabil stehen.
Startelf-Tendenzen in der Abwehr
In der Innenverteidigung zeichnet sich eine klare Hierarchie ab. Florian Bohnert, Florian Carstens, Lukas Wallner und Niklas Kölle haben aktuell die besten Aussichten auf einen Platz in der Startelf. Brinkmann bestätigte nach dem Gladbach-Test: „Kann schon sein, dass da Tendenzen dabei waren.“ Besonders Kölle hinterließ Eindruck: „Eine Wahnsinns-Energieleistung“, lobte der Coach.
Das hat Konsequenzen: Kapitän Franz Pfanne und Ahmet Gürleyen könnten beim Saisonstart zunächst nur auf der Bank sitzen. Beide gehören zu den erfahrensten Spielern im Kader, doch die Formkurve spricht aktuell für die Konkurrenz. Brinkmann setzt auf Leistung, nicht auf Namen.
Kölle trifft und setzt Zeichen
Niklas Kölle untermauerte seinen Anspruch mit einem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:3. Sein Fazit nach dem Spiel: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Die Vorbereitung war dann trotz der zwei Niederlagen sehr gut.“ Auch der Trainer zeigte sich zufrieden: „Das war sehr ordentlich. Gegen Gladbach war die erste Halbzeit richtig gut.“
Die Vorbereitung insgesamt war durchwachsen: 0:3 gegen Watford, 1:3 gegen Gladbach, aber auch ein 4:1 gegen Oberligist TSG Neustrelitz. Dennoch überwiegt bei Brinkmann der positive Eindruck. Die Mannschaft wirke stabiler, mutiger und mit Ball reifer als in der Vorsaison.
Personalsorgen: Dajaku und Holten
Ein Wermutstropfen ist die Verletzung von Leon Dajaku. Der Angreifer musste nach 30 Minuten mit Hüftproblemen vom Platz. Brinkmann gab bei Hansa-TV Entwarnung: „Ich gehe davon aus, dass er nicht lange fehlen wird.“ Mit Blick auf den Ligastart ergänzte er: „Ich hoffe, dass er dabei sein kann.“
Sturmstar Emil Holten arbeitet derweil an seinem Comeback. Brinkmann: „Er arbeitet schon wieder ganz gut mit dem Ball im läuferischen Bereich. Trotzdem möchte ich jetzt keine Prognose abgeben. Ich hoffe aber, dass er zeitnah wieder dazustoßen wird.“ Ob Holten zum Auftakt zur Verfügung steht, bleibt offen.
Ausblick: Start in Hoffenheim
Am Sonntag gastiert Hansa bei der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim. Die Partie ist der Auftakt in die neue Drittliga-Saison. Brinkmann muss bis dahin entscheiden, wer in der Abwehr beginnt. Die Tendenz spricht für Bohnert, Carstens, Wallner und Kölle – zum Leidwesen von Pfanne und Gürleyen.
Die Fans dürfen gespannt sein, ob die starke erste Halbzeit gegen Gladbach ein Fingerzeig war. Hansa will in dieser Saison oben mitspielen, dafür braucht es eine stabile Defensive. Die Basis dafür scheint gelegt, nun müssen die Fehler abgestellt werden, die gegen Gladbach nach der Pause zu Gegentoren führten.



