Harry Kane hat England mit einem Doppelpack ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft geführt. Der Stürmer des FC Bayern München erzielte beim 2:1 (0:1)-Sieg gegen die DR Kongo am Dienstagabend in Atlanta beide Treffer für die Three Lions und unterstrich damit seine Ausnahmestellung als einer der besten Angreifer der Welt.
Kanes Doppelpack sichert den Sieg
Nach einem frühen Rückstand glich Kane in der 75. Minute per Kopf aus, ehe er elf Minuten später mit einem spektakulären Schuss aus spitzem Winkel den Siegtreffer erzielte. „Normalerweise würde ich aus dieser Position schießen“, sagte Anthony Gordon, der den entscheidenden Pass vorbereitete, später. Er habe stattdessen die Vorgabe seines Trainers Thomas Tuchel erfüllt: Gib Harry Kane den Ball.
Kane benötigte nur zwei Kontakte, um drei Gegenspieler auszuspielen und sich eine Schussbahn zu schaffen – aus denkbar spitzem Winkel. Der 32-Jährige hämmerte den Ball unter die Latte. „Nicht viele Neuner können dieses Tor schießen“, lobte Declan Rice. „Was für ein Schuss. Was für ein Spieler. Was für ein Typ.“
Thierry Henry: „Ich würde mir das Rückgrat brechen“
Der ehemalige französische Nationalstürmer Thierry Henry zeigte sich fassungslos über die Qualität des Treffers. „Mit der Innenseite des Fußes zu schießen, den Ball quasi zu umschlingen, während der Körper aus dem Gleichgewicht gerät“, beschrieb Henry. „Wisst ihr, wie schwer es ist, in diesem Moment Kraft zu entwickeln? Und den Ball so umzulenken? Wenn ich das jetzt machen würde, würde ich mir das Rückgrat brechen!“
Thomas Tuchel, Kanes Vereinstrainer beim FC Bayern, blieb zunächst nüchtern: „Es gibt enge Spiele, und Harry ist hier, um die zu entscheiden.“ Später bezeichnete er seinen Stürmer als „Hai“ – ebenso wie Lionel Messi, Kylian Mbappé und Erling Haaland. „Wenn sie Blut wittern, kommen sie und treffen.“
Kane überholt Pelé in ewiger WM-Torliste
Mit seinen Treffern Nummer 12 und 13 bei Weltmeisterschaften überholte Kane die brasilianische Legende Pelé in der ewigen Rangliste. Der Angreifer steht nun bei 84 Länderspieltoren in 118 Einsätzen. Seine WM-Torquote verbesserte sich nach seinem Wechsel zu Bayern München im Sommer 2023 von 0,73 auf 1,25 Treffer pro Partie.
Kane selbst zeigte sich nach dem Spiel bescheiden. „Nach den vielen tollen Paraden des gegnerischen Torwarts kamen Gedanken an ein Ausscheiden auf“, räumte er ein. „Umso stolzer bin ich auf die Jungs, weil wir nie den Glauben verloren, den Ball immer wieder an die richtigen Orte gebracht haben. Damit einer von uns diesen Heldenmoment haben kann.“ Dass er nicht sagte, dass er selbst dieser Held war, macht ihn bei Fans und Experten gleichermaßen beliebt.
Bayern-Transfer zahlt sich aus
Kanes Wechsel nach München wurde aufgrund seines Alters von 30 Jahren und der Ablösesumme von rund 100 Millionen Euro zunächst als wirtschaftliches Risiko eingestuft. Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen sagte damals, für den Transfer ein „Stückchen all-in gegangen“ zu sein. Mittlerweile hat sich die Investition sowohl für den Klub als auch für die Nationalmannschaft ausgezahlt.
Kane ist in dieser WM in allen Facetten torgefährlich: per Kopf, aus der Distanz oder vom Elfmeterpunkt. Hinzu kommen seine Fähigkeiten bei der Spielgestaltung und seine Bereitschaft, defensiv zu arbeiten. England trifft nun im Achtelfinale im legendären Aztekenstadion in Mexiko-Stadt auf den Co-Gastgeber Mexiko. „Größer geht’s nicht“, meinte Kane.



