Neusäß hat am Samstag einen wichtigen Heimsieg eingefahren. Gegen den TSV Ottmarshausen setzte sich die Mannschaft trotz einer lange schwachen Vorstellung durch und bestrafte den Chancenwucher des Gegners eiskalt. Am Ende stand ein Erfolg, der in der Tabelle für etwas Luft sorgt und im Kampf um den Klassenerhalt enorm wichtig ist.
Ottmarshausen drückt, Neusäß lauert
Von Beginn an entwickelte sich eine einseitige Partie. Die Gäste aus Ottmarshausen übernahmen sofort das Kommando und erspielten sich eine Vielzahl hochkarätiger Möglichkeiten. Doch der letzte Pass, der präzise Abschluss oder das nötige Quäntchen Glück fehlten. Immer wieder scheiterte der TSV am eigenen Unvermögen oder am aufmerksamen Torhüter der Hausherren, der mehrfach glänzend reagierte.
Neusäß hingegen fand in der Offensive kaum statt. Das Team von Trainer Markus Wagner beschränkte sich fast ausschließlich auf Verteidigung und lauerte auf Kontergelegenheiten. Genau diese Taktik sollte sich auszahlen. Mit der ersten wirklich gefährlichen Aktion gingen die Gastgeber in Führung – ein Musterbeispiel an Effizienz gegen eine spielerische Übermacht, die ihre Chancen nicht zu nutzen wusste.
Der Nackenschlag nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Ottmarshausen machte weiter Druck, erspielte sich Chance um Chance und ließ auch in der zweiten Halbzeit die nächsten guten Gelegenheiten ungenutzt. Neusäß stand tief, verteidigte leidenschaftlich und opferte sich förmlich. Die Gäste waren sichtbar frustriert, je länger der Ausgleich ausblieb. Immer wieder scheiterten sie an ihren eigenen Nerven oder an der gut organisierten Defensive der Hausherren.
Die Entscheidung fiel schließlich in der Schlussphase. Neusäß nutzte einen schnellen Konter zur Entscheidung und stellte die Weichen auf Sieg. Die wenigen Zuschauer, die den Weg ins Stadion gefunden hatten, sahen einen Jubeltroß in Rot-Weiß, der die Erleichterung nach dem Schlusspfiff kaum verbergen konnte. Ottmarshausen warf in den verbleibenden Minuten noch einmal alles nach vorn, doch die Abwehr der Gastgeber hielt den Druck stand und ließ nichts mehr zu.
Effizienz vor Chancenwucher
Diese Partie war einmal mehr der Beweis für die alte Fußballweisheit, dass nicht die Mannschaft gewinnt, die die meisten Torgelegenheiten hat, sondern die, die am effektivsten abschließt. Neusäß war an diesem Tag weniger präsent im eigenen Ballbesitz, aber im Abschluss eiskalt. Die Quote von zwei Treffern aus wenigen Möglichkeiten spricht Bände. Ottmarshausen dagegen muss sich die Vielzahl an vergebenen Chancen ankreiden lassen und wird diese Partie noch lange im Kopf haben.
Für die Mannschaft von der Mühlhauser Straße zählt am Ende nur der Dreier. Im engen Aufstiegskampf der Bezirksliga sind solche Spiele von unschätzbarem Wert. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch gegen spielstarke Gegner bestehen kann, wenn sie kompakt steht und die wenigen eigenen Möglichkeiten eiskalt nutzt. Der Sieg gibt Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben, denn bereits am nächsten Spieltag wartet eine schwere Auswärtsaufgabe.
Stimmen zum Spiel
Der Trainer der Gastgeber, Markus Wagner, zeigte sich nach dem Schlusspfiff erleichtert. „Wir haben gewusst, dass Ottmarshausen ein starkes Team ist, das spielerisch überzeugen will. Aber wir haben uns auf unsere Stärken besonnen: eine kompakte Defensive und schnelle Umschaltmomente. Die Jungs haben das taktisch perfekt umgesetzt und sich am Ende belohnt. Der Chancenwucher des Gegners war deutlich, aber wir haben eben unsere Tore gemacht“, sagte Wagner sichtlich zufrieden.
Auch der Kapitän der Hausherren, der beim Siegtreffer beteiligt war, ordnete die Partie ein: „Wir wussten, dass wir nicht in einen Schlagabtausch geraten durften. Die Mannschaft hat sich zerissen und am Ende ist der Lohn da. Wenn Ottmarshausen ein Tor macht, wird es eng, aber wir sind cool geblieben. Heute zählt nur der Sieg.“ Die Gäste dürften nach dieser Niederlage eine Menge zu besprechen haben. Zu viele Chancen, zu wenig Tore – so lässt sich die Partie aus Sicht des TSV zusammenfassen.
Blick auf die Tabelle
Mit diesem Erfolg klettert Neusäß in der Tabelle und verschafft sich ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen. Die Punkte könnten am Saisonende Gold wert sein. Ottmarshausen dagegen verpasste es, sich weiter abzusetzen und bleibt im grauen Mittelfeld. Der Abstand zu den Spitzenplätzen ist auf drei Punkte angewachsen, nachdem man sich mehr erhofft hatte.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob dieser Erfolg nachhaltig wirkt. Aber an diesem Wochenende gehört die Bühne den Spielern von Neusäß, die mit Herz und Leidenschaft den Unterschied ausmachten und die alte Fußballweisheit auf den Platz brachten: Wer die Tore nicht schießt, wird bestraft.



