FIFA-Präsident Infantino: Abwahl wird immer wahrscheinlicher
Infantino: Abwahl wird immer wahrscheinlicher

Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino nimmt weiter zu: Die UEFA droht mit rechtlichen Schritten, und mehrere Fußballverbände, darunter der walisische und der englische, entziehen ihm öffentlich ihre Unterstützung für eine Wiederwahl. Die Frage ist nicht mehr, ob Infantinos Ära endet, sondern nur noch, wann und wie.

Öffentliche Abkehr von Infantino

Der walisische Fußballverband (FAW) entzog Infantino am Vormittag offiziell die Unterstützung für eine Wiederwahl im Jahr 2027. „Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können“, hieß es in einer Stellungnahme. Kurz darauf folgte die mächtige englische FA, wie die britische Zeitung „The Times“ berichtete, und auch der serbische Verband schloss sich an. Eine Welle der öffentlichen Abkehr droht.

UEFA droht mit rechtlichen Schritten

Zudem bestätigte die UEFA dem SID, dass ein „Schreiben zur Sicherstellung von Unterlagen“ an Infantino verschickt wurde. Die UEFA erwägt „aktive rechtliche Schritte“ im Zusammenhang mit den von der FIFA ausgearbeiteten Plänen. Die europäische Fußball-Union warnte den Weltverband zudem explizit vor der Vernichtung von Dokumenten.

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Wer könnte Infantino beerben?

Die UEFA bleibt bei ihrer harten Linie gegenüber dem Präsidenten. Subtext: Infantino soll weg – und das so schnell wie möglich. Das wirft die Frage nach einem Nachfolger auf. In der Öffentlichkeit werden verschiedene Namen diskutiert: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der sich als Anti-Infantino positioniert hat, oder Nasser Al-Khelaifi, Vorsitzender der Klubvereinigung European Football Clubs (EFC) und Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee.

Weitere Kandidaten im Gespräch

Eine weitere Option wäre der derzeitige FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström, allerdings verkörpert er als Infantino-Vertrauter kaum einen Neuanfang. Anders Victor Montagliani, Präsident des Kontinentalverbandes CONCACAF, der sich früh gegen Infantinos Investorenpläne positionierte und auf breite Unterstützung hoffen kann.

Mögliche Szenarien für den Machtwechsel

Die nächste offizielle Präsidentenwahl ist für März 2027 anberaumt, doch das könnte den brodelnden Kontinentalverbänden zu lange dauern. Möglich wäre die Einberufung eines FIFA-Sonderkongresses, wofür die Stimmen von mindestens 43 Verbänden nötig wären. Die UEFA könnte diese Maßnahme im Alleingang herbeiführen. Für eine Abwahl durch ein Misstrauensvotum wäre jedoch eine Satzungsänderung erforderlich, die eine Dreiviertelmehrheit voraussetzt. Ob Infantino noch genügend Unterstützer hat, ist fraglich.

Druck erhöhen

Für die Gegner bleibt es vorerst am erfolgversprechendsten, den Druck auf den Präsidenten zu erhöhen. Die Maßnahmen – Androhung rechtlicher Schritte, Entzug der Unterstützung, deutliche Kritik – zielen darauf ab, Infantino zu einem vorzeitigen Abgang zu bewegen. Der Vertrauensverlust, so DFB-Sportdirektor Andreas Rettig im „Stern“, sei „irreparabel“.

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