Jürgen Klopp ist offiziell als neuer Bundestrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorgestellt worden. Bei seiner ersten Pressekonferenz am 24. Juli 2026 in Frankfurt am Main sorgte der 59-Jährige mit deutlichen Worten für Aufsehen. „An dem Tag, an dem ihr das nicht mehr wollt, sagt ihr es. Und ich bin weg. Ohne Abfindung“, erklärte Klopp den anwesenden Journalisten. Damit machte er von Beginn an klar, dass er nur mit voller Unterstützung arbeiten werde.
Klopps klare Ansage an Medien und Verband
Klopp richtete sich direkt an die Presse und den DFB: „Wenn ihr morgen sagt: ‚Der ist scheiße.‘ Bin ich weg. Nicht einzelne, es müssten schon mehr sein. Wenn der DFB sagt: ‚Der ist scheiße.‘ Bin ich weg.“ An die Boulevardmedien gewandt, fügte er hinzu: „Wenn ihr euch danebenbenehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.“ Damit setzte er den Ton für seine Amtszeit, die 26 Tage nach dem blamablen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay begann. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Hans-Joachim Watzke hatten sich nach intensiver Pendeldiplomatie zwischen Deutschland und den USA für Klopp als „Wunschlösung“ entschieden – ohne sich mit anderen Kandidaten zu befassen.
Das beste Trainerteam „possible“
Klopp präsentierte sein Trainerteam, das er selbst als das beste „possible“ bezeichnete. An seiner Seite stehen Peter Krawietz und Pepijn Lijnders, die bereits zuvor als Assistenten beim DFB tätig waren. Hinzu kommt Marc Kosicke, Klopps langjähriger Berater seit 20 Jahren, der als externer Berater für „Strategie, Innovation und Entwicklung“ fungieren wird. Laut Neuendorf erhält Kosicke vollen Zugang zum DFB, einschließlich seines Büros. Zudem wird Sven „Manni“ Bender Co-Trainer. Der Ex-BVB-Profi und siebenfache Nationalspieler soll den Bereich „Mentalität“ leiten, wie verschiedene Medien mutmaßen. Bender kennt die Spielerperspektive aus eigener Erfahrung, ähnlich wie Sandro Wagner sie für Vorgänger Julian Nagelsmann eingenommen hatte.
Klopps Vision für den deutschen Fußball
Klopp betonte mehrfach, dass er den deutschen Fußball verändern wolle. „Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft. Das ist idealerweise der Höhepunkt meines beruflichen Lebens“, sagte er in der dritten Person. Er mache dies nicht für sich selbst, sondern für alle Fans des DFB-Teams. Gemeinsam mit seinem Team wolle er „jeden Stein im Verband umdrehen“. Er sei überzeugt, dass im deutschen Fußball mehr Talent schlummere, als in den vergangenen Wochen berichtet wurde. Klopp nannte keinen einzigen Spielernamen, sagte aber, dass er bereits 57 Feldspieler auf seiner Liste habe, darunter auch Namen, die bislang nichts mit der DFB-Elf zu tun hatten. Das gelte auch für die U17-Welt- und Europameister von 2023. „Mit Führerschein können wir sie gebrauchen“, scherzte er.
Zeit für Veränderungen und klare fußballerische Ideen
Klopp hob hervor, dass nun der beste Moment sei, um Dinge zu verändern. Die September-Länderspielpause wurde auf fast zwei Wochen ausgeweitet, was ihm viel Zeit zum Tüfteln gibt. „Wir müssen den Spagat schaffen, zwischen entwickeln und performen“, erklärte er. Er habe konkrete Ideen, wie er das Spiel der DFB-Elf wiederbeleben könne: Gegenpressing, eine klare fußballerische Idee und echte Flügelspieler. Ironischerweise klang er dabei ein wenig wie sein Vorgänger Nagelsmann, der nach der Heim-EM die Deutschen dazu ermutigt hatte, gemeinsam mit Nachbarn Hecken zu schneiden und wieder in Vereine einzutreten. „Die Leute sollen nach dem Spiel nach Hause gehen und sagen: ‚Wow, das war wirklich cool‘“, sagte Klopp. Er habe dreimal erlebt, „wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann. Und ich glaube, wir sind uns alle einig, dass erfolgreicher Fußball tatsächlich auch ein Land verändern kann“. Wenn das DFB-Team wieder erfolgreich sei, dann seien der Nachbar und Bundeskanzler Friedrich Merz vielleicht auch nicht ganz so doof.
Onboarding und Parkplatz-Frage
Bis es so weit ist, stehen noch organisatorische Aufgaben an. Klopp fehlen noch die Telefonnummern der DFB-Mitarbeiter in seinem Handy. Sportdirektor Rudi Völler half mitten in der Pressekonferenz aus und sicherte dem Bundestrainer einen eigenen Parkplatz am DFB-Campus zu – sogar mit eigenem Schild. „Dann wird da oft ein Auto draufstehen“, versicherte Klopp. Er hat ja viele Ideen.



