Kap Verde vs. Argentinien: Außenseiter fordert Weltmeister Messi
Kap Verde vs. Argentinien: Außenseiter fordert Messi

Der kleine Inselstaat Kap Verde ist die Überraschungsmannschaft dieser Weltmeisterschaft. Nach dem erstmaligen Erreichen der K.o.-Runde trifft das Team nun auf Weltmeister Argentinien mit Superstar Lionel Messi. „Messi ist der Nächste. Messi ist der Nächste“, singen die Fans, die das Team durch die USA begleiten.

Ein Märchen wird wahr

Kap Verde, die „Cinderella Story“ dieser WM, wie die „New York Post“ schrieb, qualifizierte sich erstmals für das wichtigste Turnier der Welt, überstand ungeschlagen die Vorrunde und fordert nun im Sechzehntelfinale den Titelverteidiger. „Für viele ist er ja der Beste aller Zeiten“, sagte Trainer Bubista über Messi. „Gegen den zu spielen, macht uns stolz!“

Die Einwohnerzahl der 13 Atlantik-Inseln beträgt etwa viermal weniger als die von Sachsen-Anhalt. Der geschätzte Marktwert des gesamten Kaders liegt rund 15 Mal unter dem von Argentinien. Trotz des Jubels schottete sich das Team ab und verzichtete auf Interviews, um sich auf das Spiel in Miami vorzubereiten.

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Geschlossene Gesellschaft

Spieler, die zuvor offen über Visaprobleme ihrer Mütter sprachen oder mit Cowboyhut tanzten, gaben seit dem letzten Vorrundenspiel gegen Saudi-Arabien keine Interviews mehr. Das erste Training nach der Rückkehr ins Teamquartier in Tampa, Florida, fand hinter verschlossenen Türen statt. Einziger Sprecher war Co-Trainer Humberto Bettencourt (51).

„Man muss sich erholen und regenerieren“, sagte Bettencourt. Gegen Argentinien „kann man ein Kap Verde erwarten, das sich selbst treu bleibt. Wir werden unsere Spielweise, unsere Identität nicht aufgrund des Gegners ändern.“ Statistiken seien nur Theorie: „Uns wurde zu Beginn der WM eine Ein-Prozent-Siegchance gegeben, jetzt sind es vielleicht vier Prozent.“

Kader mit globalen Wurzeln

Die „Blauen Haie“ setzen auf Pragmatismus. Nur zwölf der 26 WM-Spieler wurden in Kap Verde geboren. Die anderen 14 stammen aus den Niederlanden (6), den USA (1), Irland (1), Frankreich (3) und Portugal (3). Das Trainerduo Bubista und Bettencourt suchte weltweit nach Profis mit kapverdischen Wurzeln.

Legendär ist die Geschichte von Pico Lopes, geboren in Irland und Spieler der Shamrock Rovers. Sein Vater wanderte über Portugal und Belgien nach Kap Verde aus. Bubista kontaktierte Lopes über LinkedIn – zunächst auf Portugiesisch, was Lopes für Spam hielt. Neun Monate später versuchte es der Trainer auf Englisch, und heute spielt Lopes bei einer WM.

„Wir haben so viele Spieler, die überall auf der Welt spielen und in verschiedenen Ländern geboren wurden. Und wir kommen alle zusammen mit dem gleichen Ziel: Alles für Kap Verde zu geben“, sagte Lopes. „Das ist eine unglaubliche Fußball-Reise für mich.“

Geschlossene Einheit

Trainer Bubista formte ein namenloses Team zu einer verschworenen Einheit, die kompakt und gut organisiert spielt. Damit hat er es weiter gebracht als namhafte Trainer mit besseren Einzelspielern. „Wir haben gezeigt, dass wir ein kleines Land sind, das für seine Ziele kämpft“, sagte Bubista. Die Botschaft: „Nichts ist unmöglich!“

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