Loris Karius, der 33-jährige Torhüter von Schalke 04, hat in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe über seine dunkelste Zeit als Profifußballer gesprochen. Auslöser war das Champions-League-Finale 2018, in dem er mit dem FC Liverpool gegen Real Madrid zwei folgenschwere Patzer beging und die Partie mit 1:3 verlor. „Bis zu diesem Zeitpunkt ging es in meiner Karriere nur steil bergauf, dann bin ich plötzlich krachend abgestürzt – bis ganz nach unten“, sagte Karius.
Die Zeit nach dem Finale: Zwischen Verzweiflung und Neuorientierung
Nach dem verheerenden Finale wechselte Karius zu Besiktas Istanbul. Dort erlebte er seine schwierigste Phase: „Ich habe mich zum Teil gequält, zur Arbeit zu gehen und habe nur versucht, den Tag einigermaßen normal zu Ende zu bringen.“ Der Torwart räumte ein, dass er in dieser Zeit den Spaß am Fußball völlig verlor. „Ich hatte keine Lust mehr zu trainieren, hatte keine Lust mehr zu spielen“, so Karius. Die Folge waren weitere Stationen bei Union Berlin und Newcastle United, wo er zeitweise vereinslos war. Ein eigener Mentaltrainer konnte ihm während dieser Jahre nicht helfen.
Der Wendepunkt: Rückkehr auf Schalke
Die endgültige Wende zum Guten gelang mit dem Wechsel zu Schalke 04. Dort fand Karius nicht nur sportlich zurück, sondern auch seine Freude am Spiel wieder. „Wer kann schon von sich behaupten, jede zweite Woche vor 60.000 Fans zu spielen? Das schaffen ansonsten nur absolute Superstars aus der Musikbranche – das muss man sich immer wieder vor Augen führen“, sagte Karius über die Atmosphäre in der Veltins-Arena. Der gebürtige Baden-Württemberger, der einst beim SSV Ulm begann, ist heute der Rückhalt im Tor der Königsblauen und blickt optimistisch in die Zukunft.



