Klose-Rüffel nach Platzverweis: Markhiev muss Ventil finden
Klose-Rüffel nach Platzverweis: Markhiev muss Ventil finden

Der 1. FC Nürnberg hat seine Generalprobe für die neue Saison in der 2. Bundesliga mit einem 2:1-Sieg gegen Real Oviedo abgeschlossen. Doch der Erfolg war von einer unschönen Begleiterscheinung überschattet: Das Testspiel geriet zur hitzigen Angelegenheit, die der Schiedsrichter nur mit neun Gelben Karten sowie zwei Platzverweisen in den Griff bekam. Insbesondere in der zweiten Halbzeit prägten viele Fouls und Rudelbildungen das Geschehen auf dem Rasen. Die Partie diente als letzter Härtetest vor dem Punktspielstart, und genau dort zeigte sich, dass der FCN noch Luft nach oben hat, was die emotionale Kontrolle angeht.

Für den FCN endete die Partie mit einem Mann mehr auf der Tribüne: Tim Janisch sah in der 53. Minute nach einer Notbremse die Rote Karte, Adam Markhiev musste in der 61. Minute nach einer Unsportlichkeit mit Gelb-Rot vom Platz. Beide Spieler verfolgten den Rest der Begegnung von außen – inklusive der Schlussphase, in der das Spiel mehrfach zu kochen drohte. Den Platzverweisen vorausgegangen waren zahlreiche Unterbrechungen und gegenseitige Nadelstiche, die vor allem von den Gästen aus Spanien ausgingen.

Generalprobe gegen den spanischen Zweitligisten

Real Oviedo, aktuell in der zweithöchsten spanischen Liga aktiv, lieferte dem Club einen erwartet robusten Gegner. Die Spanier verteidigten aggressiv und ließen sich immer wieder auf Nicklichkeiten ein. Trainer Miroslav Klose erkannte die Auslöser jedoch klar bei den Gästen: „Man hat gesehen, dass das am Anfang von denen ausgegangen ist. Wir haben einfach nur reagieren, wenn es uns zu viel wurde.“ Seine Mannschaft sei über weite Strecken ruhig geblieben, habe aber letztlich zu oft auf die Provokationen reagiert. Genau das will Klose in den kommenden Wochen abstellen.

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Vor allem Markhiev verlor die Nerven. Nur 124 Sekunden nach seiner ersten Verwarnung, die er sich bei einer Rangelei eingehandelt hatte, kam der Finne im Mittelfeld zu spät, sein Gegenspieler hob ab, und der Schiedsrichter zog die Gelb-Rote Karte. Für den 24-Jährigen war die Partie damit nach 61 Minuten beendet – ein Frustmoment, den Klose im Anschluss offen ansprach. Der Weltmeister von 2014 nahm Markhiev in der Pflicht: „Gerade, wenn er dritter Kapitän ist, muss er auch ein Ventil finden. Das kann er ja. Das hat ihn natürlich gewurmt, aber der Schiri reagiert nicht immer so, wie du es haben willst.“ Die Worte waren deutlich, aber nicht vernichtend. Klose erwartet von seinem Mittelfeldchef, dass er künftig abgezockter agiert und sich nicht zu überflüssigen Aktionen hinreißen lässt.

Die Zahlen sprechen gegen Markhiev

Die Kritik des Trainers hat einen realen Hintergrund. Bereits in der vergangenen Saison fiel Markhiev durch unnötige Verwarnungen auf: In 26 Einsätzen sammelte der defensive Mittelfeldspieler zwölf Gelbe Karten und wurde dadurch zweimal für ein Spiel gesperrt. Die Quote von fast einer Karte pro zwei Spielen ist für einen Führungsspieler zu hoch – ein Punkt, den Klose in den kommenden Wochen sicherlich noch ansprechen wird. Diese Disziplinlosigkeit haben die Verantwortlichen in Nürnberg auf dem Zettel. Dass sich der Finne auf dem Platz sehr engagiert gibt, wird nicht infrage gestellt – doch seine Leidenschaft soll nicht in Fouls ausufern.

Kein Sperr-Risiko für den Auftakt

Für den FCN gibt es dennoch eine gute Nachricht: Die Platzverweise aus dem Testspiel haben keine Auswirkungen auf den Ligabetrieb. Wie der Verein bestätigte, gelten die Karten aus dem Freundschaftsspiel gegen Real Oviedo nicht für die 2. Bundesliga. Somit sind Markhiev und Janisch am ersten Spieltag automatisch spielberechtigt. Das ist umso wichtiger, als der Club gerade im zentralen Mittelfeld auf den Finnen angewiesen ist. Markhiev trägt als dritter Kapitän eine besondere Verantwortung, sowohl auf als auch neben dem Platz.

Der Saisonstart steht bereits bevor: Am 9. August um 13.30 Uhr empfängt der 1. FC Nürnberg Dynamo Dresden im Max-Morlock-Stadion. Klose kann dann voraussichtlich auf den kompletten Kader zurückgreifen. Ob Markhiev seine Lektion gelernt hat, wird spätestens im ersten Pflichtspiel zu beobachten sein – und die Worte seines Trainers werden ihm dabei sicherlich im Hinterkopf schwirren. Die Generalprobe hat gezeigt, dass der FCN trotz des Sieges noch an der Disziplin arbeiten muss, um in der Liga nicht ebenfalls in Unterzahl zu geraten.

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