Weltmeister Toni Kroos (36) hat nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 ein vernichtendes Urteil gefällt. In seiner gemeinsamen TikTok-Sendung „Kroos & Kroos: die WM unter der Lupe“ mit Bruder Felix sagte der 114-malige Nationalspieler: „Wir haben aktuell keinen einzigen Weltklasse-Spieler. Wir haben Spieler mit dem Potenzial, Weltklasse-Spieler zu werden, aber das heißt noch nicht, dass sie es bereits sind.“
Fehlende Qualität in der Spitze rächt sich
Laut Kroos habe sich die mangelnde Weltklasse-Qualität besonders bei dieser Weltmeisterschaft gerächt. Während andere Top-Nationen auf ihre Stars zählen könnten, hätten Florian Wirtz und Jamal Musiala, die größten Offensiv-Hoffnungen der DFB-Elf, ihr Potenzial zu selten abgerufen. „Die Weltklasse-Spieler entscheiden gerade die ganzen WM-Spiele. Und die stehen da in der Torschützenliste, wo die Weltklasse-Spieler eben stehen. Da haben wir keinen einzigen, da müssen wir auch ehrlich sein“, so Kroos.
Havertz: „International nur zweitklassig“
Die besten deutschen Torschützen bei dieser WM waren Kai Havertz und Deniz Undav mit je drei Treffern. Havertz hatte bereits nach der peinlichen Pleite gegen Paraguay im Sechzehntelfinale gesagt: „Wir sind international nur zweitklassig. Wir haben guten Fußball gespielt in den Turnieren, aber irgendetwas hat immer gefehlt.“ Kroos sieht genau darin das Problem: Es fehle an Weltklasse-Qualität.
Kroos kritisiert auch die Mentalität
Der Ex-Real-Star übt zudem scharfe Kritik an der Einstellung der DFB-Stars: „Wir glauben, dass wir besser sind als Paraguay – wir werden schon irgendwie gewinnen.“ Diese Haltung habe sich als fatal erwiesen. In der Sendung war auch Ex-DFB-Kapitän Michael Ballack (49) zu Gast, der Kroos‘ Einschätzung teilte: „Wenn zwei Mannschaften sich auf Augenhöhe begegnen, geht es um Willen und Persönlichkeit. Und ich glaube, da haben wir ein großes Defizit. Wir müssen auch in der Jugend wieder dahinkommen, Persönlichkeiten zu entwickeln und zuzulassen.“
Konsequenzen für die Zukunft
Die Aussagen von Kroos und Ballack werfen ein Schlaglicht auf die strukturellen Probleme des deutschen Fußballs. Während Nationen wie Frankreich, Brasilien oder Argentinien über mehrere Spieler von absolutem Weltklasse-Format verfügen, muss die DFB-Elf mit talentierten, aber noch nicht etablierten Spielern auskommen. Die Forderung nach einer verstärkten Persönlichkeitsentwicklung in der Jugend könnte ein erster Schritt sein, um langfristig wieder an die Weltspitze anzuknüpfen.



