Robert Lewandowski hat seine ersten Tore in der Major League Soccer erzielt. Der 37-jährige Pole traf beim 2:1-Heimsieg der Chicago Fire gegen Charlotte FC doppelt und führte seine Mannschaft damit zum ersten Sieg nach zwei Auftaktniederlagen. Es war zugleich ein gelungenes Heimdebüt für den früheren Stürmer von Borussia Dortmund, Bayern München und FC Barcelona.
Die Partie begann für Chicago mit einem Schock: In der 18. Minute gingen die Gäste in Führung. Doch Lewandowski antwortete nur 120 Sekunden später mit einem präzisen Flachschuss vom Strafraumrand – das 1:1. In der 68. Minute war der Angreifer erneut zur Stelle und schob den Ball nach einer sehenswerten Kombination zum 2:1-Siegtreffer ein.
Chicago Fire klettert auf Platz drei
Dank des Doppelpacks rückt Chicago in der Eastern Conference bis auf einen Punkt an New England Revolution heran und belegt nun Rang drei. Nach 17 Saisonspielen stehen 29 Punkte auf dem Konto, die Bilanz lautet neun Siege, sechs Niederlagen und zwei Unentschieden. Für Lewandowski war es der erste Torerfolg in der US-Liga, nachdem er in seinen ersten beiden Partien ohne Treffer geblieben war.
Der Pole hatte sich Ende Juni ablösefrei Chicago angeschlossen, nachdem sein Vertrag beim FC Barcelona ausgelaufen war. Mit seiner Erfahrung soll er einen der größten Vereine der MLS zurück in die Erfolgsspur bringen. Die ersten Auftritte waren holprig, doch gegen Charlotte zeigte Lewandowski, über welches Potenzial er weiterhin verfügt.
Müller trifft vom Elfmeterpunkt
Auch Lewandowskis langjähriger Bayern-Kollege Thomas Müller trug sich in die Torschützenliste ein. Im Topspiel der Western Conference traf der 36-Jährige für die Vancouver Whitecaps per Elfmeter zum 1:1-Endstand gegen Los Angeles FC. Den Strafstoß hatte Müller selbst herausgeholt. Damit bleibt Vancouver punktgleich mit Los Angeles an der Spitze der Western Conference.
Es war ein entscheidendes Tor für die Whitecaps, die im Spitzenspiel erneut ihre Stärke unter Beweis stellten. Müller, der den Elfmeter herausgeholt hatte, übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher. Die Punkteteilung sorgt dafür, dass die beiden Top-Teams der Western Conference den Kampf um Platz eins weiterhin Schulter an Schulter führen.
Werner und San José können nicht nachlegen
Weniger erfolgreich lief der Spieltag für Timo Werner. Der frühere Nationalspieler brachte die San José Earthquakes beim FC Cincinnati sogar mit 2:1 in Führung, doch der Gastgeber drehte die Partie und gewann schließlich mit 4:2. San José bleibt als Dritter der Western Conference einen Punkt hinter Vancouver und Los Angeles zurück.
Werner hatte zwischenzeitlich für Hoffnung gesorgt, aber die Defensive der Earthquakes geriet in der Schlussphase zunehmend unter Druck. Cincinnati nutzte die Schwächen eiskalt aus und sicherte sich einen wichtigen Heimsieg. Für Werner und San José bleibt die Erkenntnis, dass sie in engen Spielen noch konsequenter werden müssen.
Messi bei Comeback mit vergebenen Chancen
Lionel Messi bestritt für Inter Miami derweil sein erstes Spiel nach dem Weltmeisterschafts-Triumph. Beim 2:2 bei Columbus Crew wurde der Superstar zur zweiten Halbzeit eingewechselt und vergab zwei gute Gelegenheiten, um das Spiel für sich zu entscheiden. Columbus glich kurz vor dem Abpfiff zum Endstand aus.
Für Messi war es eine Rückkehr mit gemischten Gefühlen: Er zeigte einige vielversprechende Aktionen, ließ die große Chance auf den Siegtreffer aber ungenutzt. Die MLS bleibt damit auch in dieser Partie unberechenbar – ein weiterer Beleg für die wachsende Qualität der Liga, die inzwischen zahlreiche Weltstars anzieht.
Der Spieltag mit den deutschen Erfolgserlebnissen von Lewandowski und Müller sowie dem deprimierenden Abend für Werner verdeutlicht, wie groß das Interesse an der MLS in Europa geworden ist. Die drei erfahrenen Angreifer sorgen dafür, dass die Liga auch jenseits des Atlantiks für Aufmerksamkeit sorgt.



